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Raumstation ISS: Spektakuläre Fotos, große Gesten

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Ausstieg im Jahr 2024 Nasa plant Privatisierung der Raumstation ISS

Mehr als drei Milliarden Dollar bezahlen die USA jedes Jahr für den Betrieb der ISS - und schon 2024 könnte damit Schluss sein. Doch es gibt Widerstand gegen die Privatisierungspläne der Nasa.

Seit mehr als 17 Jahren leben Menschen auf der Internationalen Raumstation ISS. In etwa 400 Kilometern Höhe umkreist die 100 Meter lange und breite Konstruktion die Erde - eine Umrundung dauert 93 Minuten.

Doch die Zukunft des 450-Tonnen-Kolosses ist ungewiss. Die Verträge zum Betrieb der ISS laufen nur noch bis zum Jahr 2024. Sofern sich die Betreiber, allen voran Russland und die USA, nicht auf eine Verlängerung einigen, wäre danach Schluss. Die Raumstation müsste demontiert und zum kontrollierten Absturz gebracht werden.

Allein die USA zahlen für den Betrieb jährlich zwischen drei und vier Milliarden Dollar. Das ist etwa die Hälfte des Nasa-Budgets für bemannte Raumfahrt. Wiederholt haben die Amerikaner deshalb über einen Ausstieg aus dem internationalen Projekt diskutiert.

"Teil einer künftigen kommerziellen Plattform"

Nun berichtet die "Washington Post"  über ein Nasa-internes Dokument, in dem vorgeschlagen wird, dass die amerikanischen Teile der Station nach 2024 an einen privaten Betreiber übertragen werden könnten.

Das Ende der staatlichen Finanzierung bedeute nicht, dass die Station dann außer Betrieb genommen werde, heißt es in dem Dokument. "Es ist möglich, dass die Industrie beginnen könnte, bestimmte Teile oder Fähigkeiten der ISS als Bestandteil einer künftigen kommerziellen Plattform weiterzubetreiben."

Dies würde zur Strategie der US-Regierung unter Donald Trump passen, den erdnahen Orbit weitgehend privaten Anbietern zu überlassen. Diese sollen dort bemannte Raumfahrt betreiben, die Nasa wäre dann einer ihrer Kunden. Die US-Raumfahrtbehörde selbst würde mit ihren eigenen Raumschiffen weiter entfernte Regionen des Alls erkunden, etwa den Mond oder den Mars.

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Raumstation ISS: Spektakuläre Fotos, große Gesten

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Dass die USA womöglich schon 2024 aus der ISS aussteigen könnten, kommt für viele Beobachter überraschend. Es galt als nahezu ausgemacht, dass der Betrieb zumindest bis zum Jahr 2028 verlängert wird.

Auch die russische Raumfahrtagentur Roskosmos hatte sich zuletzt offen für eine solche Verlängerung gezeigt . Es gab zuvor aber auch Gedankenspiele von russischer Seite, nach 2024 die eigenen Module von der ISS abzukoppeln und als russische Raumstation weiterzubetreiben.

Heftiger Widerstand gegen ein Ende der US-Beteiligung im Jahr 2024 kommt aus dem US-Bundesstaat Texas, wo unter anderem das Johnson Space Center der Nasa seinen Sitz hat. Senator Ted Cruz von den Republikanern sagte, er hoffe, dass sich Meldungen über ein Ende der ISS-Finanzierung als falsch herausstellten. Ein solcher Vorschlag stamme von "Strohköpfen" in der Buchhaltung der Behörde, wetterte er.

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Schätzungen zufolge haben allein die USA bislang mehr als 100 Milliarden Dollar in Aufbau und Betrieb der ISS gesteckt. "Als Steuerfachmann weiß man, dass es die größtmögliche Dummheit wäre, ein Programm zu beenden, in das man Milliarden investiert hat, wenn es noch eine nutzbringende Zukunft hat", sagte Cruz der "Washington Post".

Die Internationale Raumstation ISS wird gemeinsam von Russland und den USA betrieben. Jedes Land hat ein eigenes Segment, das aus mehreren Modulen besteht. Beide Länder stemmen auch den Großteil der Finanzierung und betreiben die beiden Kontrollzentren in Koroljow bei Moskau und Houston (Texas).

Hinzu kommen Beiträge der Raumfahrtagenturen Esa (Europa), Jaxa (Japan) und CSA (Kanada), die etwa eigene Technik einbringen wie die Forschungsmodule Columbus und Kibo. Als Gegenleistung dürfen sie die Station mit nutzen.

hda
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