Solidaritätsbekundung oder Zufall? Russische Astronauten betreten ISS in gelb-blauen Raumanzügen

Drei Kosmonauten aus Russland haben die internationale Raumstation in auffälligen Farben betreten – Gelb und Blau, ähnlich der ukrainischen Flagge. Unklar bleibt, ob es sich dabei um eine politische Aussage handelte.
Die russischen Kosmonauten Sergej Korsakow, Oleg Artemjew und Denis Matwejew

Die russischen Kosmonauten Sergej Korsakow, Oleg Artemjew und Denis Matwejew

Foto: AP

Inmitten schwerster Spannungen zwischen Russland und dem Westen – ausgelöst durch den Krieg in der Ukraine – ist eine rein russische Besatzung an der Internationalen Raumstation ISS mit Umarmungen und Klatschen von ihren US-amerikanischen und deutschen Kollegen in Empfang genommen worden. Die Kosmonauten Oleg Artemjew, Denis Matwejew und Sergej Korssakow dockten mit ihrem Raumschiff vom Typ Sojus MS-21 an der ISS an, wie Livebilder der US-Raumfahrtbehörde Nasa zeigten.

Als sie an Bord der Raumstation gingen, trugen sie gelb-blaue Fluganzüge – ähnlich den Farben der ukrainischen Flagge. Ob es sich dabei um eine politische Aussage handelt, bleibt unklar. Die russischen Astronauten haben nichts gesagt, was darauf hindeuten würde. Nach Angaben des »Guardian«  äußerte sich Astronaut Oleg Artemyev auf die Frage nach den Anzügen, dass sie ihren eigenen ausgesucht hätten: »Wir waren an der Reihe, eine Farbe auszusuchen. Aber wir hatten eine Menge gelbes Material angesammelt, das wir verwenden mussten«, sagte er. »Deshalb mussten wir Gelb tragen.«

Auch auf Twitter sorgte die Farbwahl für Diskussion. Eric Berger, ein Weltraumreporter für die Website Ars Technica , schrieb: »Ich habe noch immer niemanden gefunden, der wirklich weiß, warum die russischen Kosmonauten gelbe Fluganzüge (mit ukrainisch-blauen Akzenten) trugen, um an Bord der ISS zu gehen.«

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Zusammenarbeit zwischen USA und Russland schwer belastet

Die drei Kosmonauten waren rund drei Stunden vor dem Andocken vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet. Das hatten Livebilder der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos gezeigt. Zu sehen war, wie die Rakete in den Nachthimmel über Zentralasien aufstieg.

In der Vergangenheit war anders als diesmal meist ein US-Astronaut oder etwa ein Astronaut der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa bei Starts in der Sojus mitgeflogen. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa nutzt seit einiger Zeit wieder US-Raumschiffe zur ISS.

Die wegen des Angriffs auf die Ukraine gegen Moskau verhängten Sanktionen haben auch die Zusammenarbeit zwischen den USA und Russland in der Raumfahrt schwer belastet – auch wenn beide Seiten betonen, die Station zunächst weiter betreiben zu wollen. Roskosmos hatte zuletzt allerdings die Zukunft der ISS nach Auslaufen des Vertrags 2024 offen gelassen. Die Nasa strebt eine Laufzeit bis 2030 an.

Die am Freitag gestartete Sojus trägt den Namen des sowjetischen Raketenkonstrukteurs Sergej Koroljow, der 1907 in Schytomyr geboren wurde. Die Stadt liegt heute in der Ukraine.

kim/dpa