Annäherung an die Sonne Der verhinderte Adventskomet "Ison"

Mit 76.000 Kilometern in der Stunde raste Komet "Ison" auf unsere Sonne zu. Das Weltraumteleskop "Hubble" hat ihn fotografiert, die Menschen hofften auf ein Himmelsspektakel im Advent - und wurden enttäuscht.

AFP/ ESA/ NASA/ SOHO/ SDO

Kometen können unberechenbar sein. Deshalb wussten Astronomen Anfang des Jahres noch nicht, ob Schweifstern "Ison" in diesem Jahr wirklich zum Jahrhundert-Kometen werden und heller leuchten würde als der Mond oder sich still verabschiedet.

Heute ist klar: "Isons" erste Reise in den inneren Bereich des Sonnensystem war auch seine letzte. Als der Komet Ende November an der Sonne vorbeiflog und sich der Oberfläche des Sterns auf rund 1,2 Millionen Kilometer annäherte, debattierten nicht nur ein paar Forscher über sein Schicksal: Die Hoffnung auf ein Spektakel am vorweihnachtlichen Himmel hatte größte Aufmerksamkeit erzielt. Leise verlief "Isons" sein Abschied nicht.

"Ison" sollte das Highlight im Dezember werden. Am 28. November zog der Komet mit nur rund einer Million Kilometern Abstand an der Sonne vorbei - extrem dicht. Zu dicht für "Ison": Der Kometenkern hat die große Nähe nicht überstanden.

Die starken Sonnenwinde und die große Anziehungskraft unseres Zentralgestirns hätten "Ison" zerbersten lassen können. Das wäre noch einmal ein Spektakel gewesen: Der Komet hätte hell aufgeleuchtet. Zerbrochen ist er nicht, doch er hatte nicht genug Substanz. "Ison" ist ausgebrannt, nur noch ein Häuflein Schutt.

Nun ruhen alle Hoffnungen auf "Lovejoy". Dieser Komet soll noch bis Ende des Jahres mit dem Feldstecher zu sehen sein, unter guten Bedingungen sogar mit bloßem Auge.

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nik

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