ISS-Außeneinsatz Kosmonauten retten Mini-Sputnik

Bei ihrem Außeneinsatz an der ISS mussten zwei russische Raumfahrer improvisieren. Sie sollten einen Mini-Satelliten zum 50. Jubiläum von Gagarins Raumflug ins All bringen - doch eine Antenne fehlte. Die Mission endete trotzdem als Erfolg.

Außeneinsatz: Sergej Wolkow und Alexander Samokutjajew arbeiten an der ISS
REUTERS/NASA

Außeneinsatz: Sergej Wolkow und Alexander Samokutjajew arbeiten an der ISS


Moskau - Russische Kosmonauten haben von der Internationalen Raumstation ISS aus einen Mini-Satelliten im All ausgesetzt - in Erinnerung an den ersten bemannten Raumflug von Jurij Gagarin vor 50 Jahren. Sergej Wolkow und Alexander Samokutjajew schickten den "Kedr"-Satelliten während eines fast sechseinhalbstündigen Außeneinsatzes auf seine Reise. "Kedr", also Zeder, hieß das Funkzeichen Gagarins während seines historischen Fluges.

Der Außeneinsatz sei "erfolgreich abgeschlossen" und der Mini-Satellit im All, teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mit. Doch der Versuch wäre fast gescheitert. Denn kurz vor dem geplanten Aussetzen hatte sich herausgestellt, dass eine Antenne des Mini-Satelliten fehlte. Nach hektischen Beratungen im Kontrollzentrum waren die Experten zu dem Schluss gekommen, dass die kleinere der beiden Antenne noch im Innern des Satelliten war. Die Kosmonauten sollten daher versuchen, "sie mit ihrem kleinen Finger herauszuholen", wie ein Ingenieur der Nachrichtenagentur RIA Nowosti sagte.

Wie das Problem letztlich gelöst wurde, verriet Roskosmos nicht. RIA Nowosti zitierte aber den Astronauten Wolkow mit den an das Kontrollzentrum gerichteten Worten: "Er ist unterwegs! Es läuft hervorragend!" Der nur 30 Kilogramm schwere "Kedr"- Satellit soll für Studenten-Experimente genutzt werden und Grußbotschaften in mehreren Sprachen ausstrahlen.

Die Astronauten nahmen während des Außeneinsatzes auch wichtige Montagearbeiten an der ISS vor. So befestigten sie drei Behälter mit Mikroorganismen und Pilzsporen an der ISS-Außenwand. Das Experiment soll Informationen darüber liefen, wie die Bedingungen im Weltraum das biologische Material beeinflussen.

Wolkow und Samokutjajew gelten als erfahrene Kosmonauten. Derzeit arbeiten außer den beiden Russen auch ihr Landsmann Andrej Borissenko, die US-Amerikaner Mike Fossum und Ronald Garan sowie der Japaner Satoshi Furukawa auf der Internationalen Raumstation in etwa 350 Kilometern Höhe über der Erde. Seit dem Ende des US-amerikanischen Space-Shuttle-Programms können nur noch russische "Sojus"-Kapseln Menschen zur ISS und zurück fliegen.

wbr/AFP/dpa



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