Axiom-1 Erste rein kommerzielle Mission zur Raumstation ISS gestartet

Sie zahlen angeblich 50 Millionen Euro für den Flug, wollen aber nicht als Weltraumtouristen gelten: Vier Gäste haben die erste komplett privat finanzierte Mission zur Internationalen Raumstation angetreten.
Abgehoben: Rakete Falcon 9 nach dem Start vom Kennedy Space Center in Cape Canaveral

Abgehoben: Rakete Falcon 9 nach dem Start vom Kennedy Space Center in Cape Canaveral

Foto: THOM BAUR / REUTERS

Am US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ist am Freitag der erste vollständig privat organisierte Flug zur Internationalen Raumstation ISS gestartet. Eine Falcon-9-Rakete des Raumfahrtunternehmens SpaceX soll drei reiche Geschäftsleute und einen früheren Nasa-Astronauten an Bord einer Dragon-Kapsel ins All bringen. Die vier Männer sollen sich acht Tage an Bord der ISS aufhalten und dabei eine Reihe von Experimenten vornehmen.

Die US-Behörde Nasa zeigte am späten Freitagnachmittag europäischer Zeit Bilder vom Start der Rakete.

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Die drei zahlenden Besatzungsmitglieder der Mission Ax-1 sind der US-Immobilieninvestor Larry Connor, der kanadische Geschäftsmann Mark Pathy und der ehemalige israelische Kampfpilot und Unternehmer Eytan Stibbe. Sie sollen Medienberichten zufolge jeweils 55 Millionen Dollar (50 Millionen Euro) für den Flug gezahlt haben. Kommandant ist der frühere Nasa-Astronaut Michael López-Alegría. Organisiert wird der Flug von dem US-Raumfahrtunternehmen Axiom Space.

Andere Privatleute waren schon da

Die Männer werden auf der ISS unter anderem den deutschen Astronauten Matthias Maurer treffen. Sie sollen an Bord der Weltraumstation rund 25 Experimente ausführen. Die Bezeichnung »Weltraumtouristen« lehnen sie deswegen für sich ab. Larry Connor sprach vielmehr von »privaten Astronauten«.

In der Vergangenheit haben wiederholt Privatleute die ISS besucht. Erst im vergangenen Jahr flog eine russische Filmcrew zu Dreharbeiten zur Weltraumstation, außerdem der japanische Milliardär Yusaku Maezawa. Sie nutzen dabei aber Sojus-Raketen der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, ebenso wie Ende März der Nasa-Astronaut Mark Vande Hei für die Rückkehr zur Erde gemeinsam mit zwei russischen Kollegen – allen Spannungen wegen des Ukrainekriegs zum Trotz. Mit den SpaceX-Raketen haben die USA seit 2020 zwar wieder eigene Kapazität, um die ISS ohne russische Hilfe zu erreichen. Kurzfristig verfügbar war diese zuletzt aber nicht.

Für den Flug vom Freitag schloss sich Axiom Space mit SpaceX von Tesla-Gründer Elon Musk zusammen. Die beiden Unternehmen haben insgesamt vier Missionen vereinbart. Die US-Weltraumagentur Nasa hat die zweite Mission Ax-2 bereits genehmigt.

Axiom Space sieht die Missionen als erste Schritte auf dem Weg zu einem größeren Ziel: dem Bau einer privaten Raumstation. Das erste Modul soll nach Unternehmensangaben 2024 ins All starten. Es soll zunächst als neues Segment an der ISS andocken. Wenn die ISS gegen Ende des Jahrzehnts außer Dienst gestellt wird, soll es im All verbleiben.

Die Nasa will den sogenannten erdnahen Orbit langfristig dem Privatsektor überlassen, der dort Raumstationen für Forschungs- und Geschäftszwecke betreiben soll. Die Nasa selbst will sich auf die Erforschung des Alls und Reisen zum Mond und Mars konzentrieren.

ak/AFP