"Private Astronauten-Missionen" Nasa öffnet Internationale Raumstation für Touristen

Ziel ist eine "solide Raumfahrt-Wirtschaft": Die Nasa will Privatleute ins All schicken. Genug Geld müssen Interessenten aber mitbringen.

Blick von der ISS auf die Erde (Illustration der Nasa)
Elen11/ iStockphoto/ Getty Images

Blick von der ISS auf die Erde (Illustration der Nasa)


Weltraumtouristen sollen nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa ab 2020 wieder auf die Internationale Raumstation ISS fliegen können. Missionen von bis zu 30 Tagen sollen möglich sein, kündigte Nasa-Finanzvorstand Jeff DeWit am Freitag in New York an.

Der Plan "ermöglicht die Nutzung staatlicher Ressourcen für kommerzielle Aktivitäten und schafft die Möglichkeit für private Astronauten-Missionen" zur Raumstation sowie im erdnahen Orbit, so die Nasa. Ziel sei, eine "solide Raumfahrt-Wirtschaft" aufzubauen. Der erste von mehreren Weltraumtouristen auf der ISS, der amerikanische Multimillionär Dennis Tito, war 2001 ins All geflogen.

Die Nasa wolle bis zu "zwei kurze Missionen pro Jahr für Privat-Astronauten" genehmigen, erklärte die für die ISS zuständige Nasa-Vertreterin Robyn Gatens. Bis zu einem Dutzend Weltraumtouristen könnten demnach jährlich an Bord der ISS kommen.

Kosten in Höhe von rund 31.000 Euro pro Tag

Den Hinflug sollen zwei Anbieter übernehmen, die derzeit Raumkapseln für die Nasa entwickeln: das private US-Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk und der US-Flugzeugbauer Boeing. Die beiden Unternehmen sollen auch die Weltraumtouristen auswählen. Hin- und Rückflug sollen rund 58 Millionen Dollar (rund 51,5 Millionen Euro) kosten. Für das Leben an Bord der Raumstation müssen die Urlauber laut DeWitt rund 35.000 Dollar (rund 31.000 Euro) täglich bezahlen.

Der Vorstoß, wieder Touristen auf die ISS zu bringen, ist nicht neu. Bereits im Februar 2019 hatte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mitgeteilt, die ISS für den Besuch von zwei Touristen öffnen zu wollen. Als Starttermin wurde Ende 2021 genannt. Den Angaben zufolge hat Roskosmos bereits einen Vertrag mit dem auf Weltraumtourismus spezialisierten US-Unternehmen Space Adventures abgeschlossen.

Dass Nasa und Roskosmos ausgerechnet in den kommenden Jahren wieder Touristen auf die ISS lassen wollen, hängt auch damit zusammen, dass Russland aus Kostengründen seine Besatzungsstärke von drei auf zwei reduziert hat. Dadurch gibt es immer wieder mal einen freien Sitz in einer Sojus-Kapsel.

Training in einer Kopie der ISS auf der Erde
Mike Blake/Reuters

Training in einer Kopie der ISS auf der Erde

Die ISS fliegt seit 1998 in etwa 400 Kilometern Höhe um die Erde. Seither gab es nach Angaben der Nasa ungefähr 150 Besucher. Die meisten waren professionelle Astronauten, nur sieben Menschen kamen als Touristen ins All.

Zuletzt war der in Ungarn geborene Amerikaner Charles Simonyi 2009 als Tourist auf der Station. Weltraumtouristen bleiben meist deutlich kürzer auf der ISS als professionelle Astronauten - meist zwischen ein und zwei Wochen.

jme/dpa/AFP

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missourians 07.06.2019
1.
...ach deshalb spare ich wo es geht Energie, nicht um die Umwelt zu retten, sondern die Schönen und reichen nicht mehr nur sinnlos mit Megayachten und Privatjets, nun auch mit Raketen unnütze Reisen machen und sinnlos energie verbrauchen und Umwelt verschmutzen. Greta ist wohl nicht nur bei den Politikern, sondern auch bei den Schönen und Reichen noch nicht angekommen.
patriae. 07.06.2019
2. Ein richtiger und wichtiger Schritt..
Finde ich großartig. Ich kann mir das zwar nicht leisten, aber wenn es gut ankommt, würden die Preise ja auch irgendwann fallen. Vielleicht dann auch so sehr, dass es auch für Normalverdiener in 20 oder mehr Jahren möglich wird. Mein Traum wäre es auf jeden Fall. Aber: ich bin dafür, dass die Welt Spenden sammelt. Wofür? Für Flacherdler. Damit die kostenlos, aber dann hoffentlich nicht umsonst, mal sehen können, dass die Erde wirklich keine Scheibe ist.
patriae. 08.06.2019
3. @missourians
Was hat das Klima damit bitte zu tun? Greta?! Allem voran ist das Wissenschaft. Warum glauben Sie, ist das so teuer? Damit größere Projekte finanziert werden können. Dieser Planet ist überbevölkert, scheinbar geht auch das Klima in wenigen Jahrzehnten unwiderruflich kaputt. Unsere Zukunft liegt in der zivilen Raumfahrt. Über kurz oder lang müssen wir darüber nachdenken, wie wir neue Planeten besiedeln. Und die Forschung dahingehend geht nur mit Geld. Viel Geld. Und besser früh damit starten als zu spät. Mit Ihrer Einstellung hätten wir heute keinerlei Fortschritt in der Technologie. Sie könnten nicht mal Ihren Kommentar verfassen. Verzeihen Sie mir die drastische Wortwahl, aber Gott sei Dank haben Sie bei dem Thema absolut nichts zu melden. Man muss nicht jede Entwicklung sofort mit der Greta-Panik in Verbindung bringen.
geotie1 08.06.2019
4.
Zitat von patriae.Was hat das Klima damit bitte zu tun? Greta?! Allem voran ist das Wissenschaft. Warum glauben Sie, ist das so teuer? Damit größere Projekte finanziert werden können. Dieser Planet ist überbevölkert, scheinbar geht auch das Klima in wenigen Jahrzehnten unwiderruflich kaputt. Unsere Zukunft liegt in der zivilen Raumfahrt. Über kurz oder lang müssen wir darüber nachdenken, wie wir neue Planeten besiedeln. Und die Forschung dahingehend geht nur mit Geld. Viel Geld. Und besser früh damit starten als zu spät. Mit Ihrer Einstellung hätten wir heute keinerlei Fortschritt in der Technologie. Sie könnten nicht mal Ihren Kommentar verfassen. Verzeihen Sie mir die drastische Wortwahl, aber Gott sei Dank haben Sie bei dem Thema absolut nichts zu melden. Man muss nicht jede Entwicklung sofort mit der Greta-Panik in Verbindung bringen.
In welchen Dimensionen von Zeit reden Sie, wenn wir uns einen neuen Planeten zum Besiedeln aussuchen wollen? Dann denke ich doch, dass es sinnvoller ist, erst einmal diesen Planeten zu erhalten und konform mit der Umwelt leben. Wenn wir es hier schon nicht schaffen sollten, wie sollte es auf dem neuen noch nicht entdeckten Planeten geschehen? Also als erstes würde ich eine Reduktion der Menschenzahl vorschlagen. Eine ohne gleich in den Krieg zu ziehen, sondern indem wir nicht so viele Kinder kriegen. Ansonsten kann und will ich es auch nicht verstehen, dass so einige Superreiche vom Gürtel enger schnallen schwafeln, aber sich dann eine Superyacht oder einen Flug ins Weltall leisten. Nur damit es eines Tages billiger wird? Ich bitte Sie!
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