Außeneinsatz im All Astronauten müssen ISS-Kühlung reparieren

Die Astronauten der Internationalen Raumstation ISS müssen eine überhitzte Kühlpumpe reparieren und dafür mindestens zweimal ins All. Der erste Außeneinsatz ist fürs Wochenende geplant - die Nasa verschob bereits einen Versorgungsflug.

Die Raumstation ISS: Defekte Kühlpumpe
DPA/ NASA

Die Raumstation ISS: Defekte Kühlpumpe


Cape Canaveral - Ein defektes Ventil an der Ammoniakpumpe des Kühlsystems auf der Internationalen Raumstation (ISS) bereitet den Astronauten Kopfzerbrechen. Um es zu reparieren, sind jetzt mindestens zwei Weltraumspaziergänge angesetzt.

Am Samstag sollen die US-Astronauten Rick Mastracchio und Mike Hopkins um 13.10 MEZ mit dem ersten Außeneinsatz beginnen, bestätigte ein Sprecher der US-Raumfahrtbehörde Nasa. Demnach soll die erste Mission etwa sechseinhalb Stunden dauern. Ein zweiter Weltraumspaziergang ist für Montag um dieselbe Uhrzeit geplant.

Wenn möglich, solle das defekte Ventil ausgewechselt werden, sagte Nasa-Sprecher Josh Byerly. Notfalls sei ein dritter Weltraumspaziergang für den 25. Dezember geplant.

Das Ventil, das die Temperatur der Klimaanlage regelt, ist seit etwa einer Woche defekt. Der Energieverbrauch im russischen Teil der Station musste deutlich gedrosselt werden, einige Laborversuche wurden ausgesetzt. Die sechsköpfige Crew und die Station sind aber laut Angaben der Nasa nicht in Gefahr.

Auf der ISS gibt es noch einen zweiten Kühlkreis, der normal funktioniert. Von dem Teilausfall betroffen sind laut Nasa das Harmony-Modul der ISS, das Kibo-Labor und das europäische Columbus-Labor.

Wegen des Vorfalls wurde der Start der unbemannten Raumkapsel "Cygnus" auf Januar verschoben. Der Transporter des US-Unternehmens Orbital Sciences sollte ursprünglich am Donnerstag mit einer Antares-Rakete zur ISS starten.

Der Ausflug ins All wird der erste seit Juli sein, als der italienische Astronaut Luca Parmitano bei einem Weltraumspaziergang Probleme mit seinem Anzug hatte. Sein Helm hatte sich mit etwa 1,5 Litern Wasser gefüllt. Parmitano und sein Kollege Christopher Cassidy bewahrten Ruhe und kehrten rechtzeitig auf die Station zurück - der Italiener "mit geschlossenen Augen, den Kopf in einem Goldfischglas", wie er es beschrieb.

ala/AP/Reuters/dpa

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