Rückflug von der ISS US-Astronaut und russische Kollegen sind gelandet

Dieses Minimum an Kooperation funktioniert noch: US-Astronaut Mark Vande Hei ist mit zwei russischen Kollegen von der Internationalen Raumstation zurückgekehrt. Die Crew landete in Kasachstan.
Zurück auf der Erde: Nasa-Astronaut Mark Vande Hei am Mittwoch in der zentralkasachischen Steppe, 147 Kilometer südöstlich von Schesqasghan

Zurück auf der Erde: Nasa-Astronaut Mark Vande Hei am Mittwoch in der zentralkasachischen Steppe, 147 Kilometer südöstlich von Schesqasghan

Foto: IMAGO/Sergei Savostyanov / IMAGO/ITAR-TASS

Trotz schwerster Spannungen zwischen Russland und dem Westen hat ein US-Astronaut an Bord eines russischen Raumschiffes die Internationale Raumstation ISS verlassen. Der US-Amerikaner Mark Vande Hei und die Kosmonauten Anton Schkaplerow und Pjotr Dubrow landeten am Mittwoch nach knapp fünfstündigem Flug in Kasachstan, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa und das russische Pendant Roskosmos mitteilten. Sie waren am Morgen mit einer russischen Sojus-Raumkapsel von der ISS gestartet.

Landung: Die Raumfähre Sojus kurz vor der Ankunft in Kasachstan

Landung: Die Raumfähre Sojus kurz vor der Ankunft in Kasachstan

Foto: NASA

Spekulationen, dass Vande Hei angesichts des Ukrainekriegs nicht mit dem russischen Sojus-Raumschiff zur Erde zurückfliegen könnte, hatten beide Seiten zuvor zurückgewiesen. Schkaplerow übergab vor dem Abflug am Dienstag noch das Kommando über die ISS an den US-Astronauten Thomas Marshburn. Auch wenn die Menschen auf der Erde »Probleme« hätten, bleibe die ISS ein »Symbol der Kooperation«, sagte Schkaplerow bei einer kurzen Ansprache während der Zeremonie vor der versammelten Crew. Danach gab es zahlreiche Umarmungen.

Vande Hei und Dubrow waren am 9. April 2021 zusammen auf der ISS angekommen. Der 55-jährige Vande Hei hat bei seinem Raum-Ausflug Scott Kelly überholt, der mit 341 aufeinanderfolgenden Tagen zuvor den Rekord für den längsten Aufenthalt eines US-Amerikaners im All hielt.

Fahrgemeinschaft: Kosmonaut Pjotr Dubrow (l) und Astronaut Mark Vande Hei (r) mit dem russischen Kollegen Oleg Nowitsky vor dem Sojus-Flug zur ISS am 20. März 2021

Fahrgemeinschaft: Kosmonaut Pjotr Dubrow (l) und Astronaut Mark Vande Hei (r) mit dem russischen Kollegen Oleg Nowitsky vor dem Sojus-Flug zur ISS am 20. März 2021

Foto: REUTERS

Auf der ISS verblieben neben Marshburn auch noch die US-Astronauten Raja Chari und Kayla Barron, der deutsche Astronaut Matthias Maurer und die drei Kosmonauten Oleg Artemjew, Denis Matwejew und Sergej Korssakow.

Die Nasa hat derzeit keine Kapazität, um ihre Astronauten ohne russische Hilfe von und zur ISS zu transportieren. Seit 2020 finden wieder bemannte Flüge aus den USA zur ISS statt, die Nasa beauftragt dafür die private Raumfirma SpaceX von Elon Musk. Die nächsten Flüge sind jedoch ausgebucht.

Für Mittwochabend ist ein privater Flug aus den USA zur Raumstation geplant: Das Unternehmen Axiom Space schickt ein eigenes Modul dorthin, getragen von der SpaceX-Rakete »Falcon 9«. SpaceX stellt auch die Raumkapsel Dragon, mit der erstmals eine komplett aus Zivilisten bestehende Crew die ISS besucht. Jedes der vier Besatzungsmitglieder zahlt 55 Millionen Euro für den einwöchigen Aufenthalt.

ak/dpa