Katastrophe von 2011 Japans Beben schickte Schockwellen bis ins All

Das Beben in Japan war eine der verheerendsten Naturkatastrophen der Geschichte. Gut zwei Jahre nach dem Unglück haben Wissenschaftler festgestellt: Die Schockwellen der Erdstöße gelangten bis zum äußersten Rand der Atmosphäre - und wurden sogar von Satelliten gemessen.
Goce-Satellit: Schallwellen bis an den Rand der Atmosphäre

Goce-Satellit: Schallwellen bis an den Rand der Atmosphäre

Foto: ESA / AOES Medialab

Hamburg - Das Erdbeben in Japan vor gut zwei Jahren war nicht nur eines der heftigsten aller Zeiten - sondern auch eines der lautesten. Bis in den Weltraum sei es messbar gewesen, berichtet das Magazin "Geophysical Research Letters" .

Die Erdstöße vom 11. März 2011 haben demnach Schallwellen erzeugt, die noch vom "Goce"-Satelliten gemessen werden konnten. Der Satellit kreist rund 280 Kilometer über der Erde - und damit ziemlich genau am Rand der Erdatmosphäre. Das Signal sei rund eine halbe Stunde nach den Erdstößen aufgegriffen worden, sagte der Manager der Goce-Mission der BBC .

Das Erdbeben hatte einen Wert von 9,0 auf der Richterskala. Es verursachte Tsunamis und gewaltige Verwüstungen. Mehr als 15.000 Menschen kamen ums Leben. In der Folge des Erdbebens explodierten zudem mehrere Reaktoren des Kernkraftwerks Fukushima, was eine nukleare Katastrophe nach sich zog.

Wissenschaftler wollen das Signal nun auswerten. Sie erhoffen sich neue Erkenntnisse, wie sich die Erschütterungen ausbreiten. Experten waren schon lange davon ausgegangen, dass Erdbeben Schallwellen erzeugen, deren Frequenz so niedrig ist, dass sie vom menschlichen Ohr nicht wahrgenommen werden. Bislang waren diese aber noch nie im All gemessen worden, weil die entsprechenden Instrumente nicht sensibel genug waren.

Nun seien die Signale des Erdbebens gleich zweimal gemessen worden, sagte der Manager der Goce-Mission. Zum zweiten Mal habe man sie gut 55 Minuten nach den Erdstößen nachweisen können. Der Goce-Satellit hat Instrumente, die rund hundertmal so empfindlich sind wie die von vergleichbaren Satelliten.

ssu