Neue Fotos von "Juno" So brodelt der Jupiter

Die US-Raumsonde "Juno" kommt dem Jupiter so nahe wie kein anderer Forschungsroboter zuvor. Die Daten des ersten Überflugs sind nun ausgewertet. Es sind faszinierende Fotos entstanden.

AFP/ NASA/ JPL-CALTECH/ SWRI/ MSSS/ BETSY ASHER HALL/ GERVASIO ROBLES

An den Polen des Riesenplaneten Jupiter toben Wirbelstürme mit bis zu 1400 Kilometer Durchmesser. Die Atmosphäre in den Polarregionen des Gasriesen ist damit viel turbulenter als erwartet - das belegen Aufnahmen der Raumsonde "Juno".

Die im Sommer 2011 gestartete Sonde ist seit vergangenem Juli im Jupiter-Orbit. Die jetzt ausgewerteten Daten hatte sie im vergangenen August gesammelt. Zwei Forscherteams stellen ihre Auswertungen im Fachblatt "Science" vor. Weitere 44 Fachartikel zum Thema sind außerdem in den "Geophysical Research Letters" erschienen.

"Juno" hatte sich den Jupiterwolken bis auf rund 4000 Kilometer genähert. Damit erlaubt sie unerreichte Einblicke in die dichte Atmosphäre des Gasriesen. So erspähte "Juno" ein chaotisches Muster von Wirbelstürmen an den vorher so nicht beobachtbaren Polen des Riesenplaneten. Dadurch unterscheidet sich Jupiter deutlich von seinem Nachbarn Saturn. Aber nicht nur das: Auch die beiden Jupiterpole ähneln sich keineswegs.

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Raumsonde "Juno": Polarforschung am Jupiter

Die Raumsonde lieferte auch unerwartete Hinweise auf große Mengen Ammoniak, die aus der Tiefe der Jupiteratmosphäre heraufquellen und riesige Wettersysteme bilden, wie Forscher um Scott Bolton vom US-amerikanischen Southwest Research Institute im texanischen San Antonio berichten.

Überraschenderweise ist zudem das Magnetfeld des Gasriesen noch stärker als erwartet. Dass der Jupiter das kräftigste Magnetfeld im Sonnensystem hat, war vorher schon klar - doch die Details faszinieren: Es erreicht rund die zehnfache Stärke des Erdmagnetfelds, wie die "Juno"-Messungen zeigen.

Innerhalb der sogenannten Magnetosphäre des Jupiters, also im Einflussbereich seines Magnetfelds, beobachtete die Raumsonde Schauer schneller kosmischer Elektronen, die vermutlich die Ursache der enormen Polarlichter sind, die vom Jupiter im ultravioletten und Infrarot-Licht bekannt sind.

Die Untersuchungen der Magnetosphäre insgesamt legten nahe, dass der Riesenplanet ganz anders mit seiner Weltraumumgebung wechselwirke als die Erde, schreibt ein zweites Forscherteam um John Connerney von der Space Research Corporation und dem Goddard Space Flight Center der Nasa.

"Juno" umkreist den Jupiter in einem polaren Orbit - und ist die meiste Zeit in sicherem Abstand von dem Gasriesen und seiner gefährlichen Strahlung. Zwischenzeitlich kam es zu Problemen mit der Technik, "Juno" musste zeitweise in einen Sicherheitsmodus versetzt werden.

Alle 53 Tage nähert sich die Sonde erst dem Nordpol und fliegt dann binnen zwei Stunden zum Südpol. Dabei sammeln die Messinstrumente ihre wichtigsten Daten. Weil der Jupiter so weit entfernt ist, dauert es lange, diese zur Erde zu senden. Nach Nasa-Angaben sind anderthalb Tage nötig, um sechs Megabyte zu verschicken. Der nächste Vorbeiflug ist für den 11. Juli geplant.

chs/dpa



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