"Kaguya" auf Kurs Japanische Raumsonde setzt ersten Baby-Satelliten ab

Die japanische Mond-Mission "Kaguya" bleibt auf Kurs: Die Raumsonde hat sich erfolgreich vom ersten ihrer beiden Mini-Satelliten getrennt. Für Japan ist die All-Mission bedeutend im Wettrennen mit anderen Nationen.

Tokio - "Der Baby-Satellit Rstar wurde um 0.36 Uhr von der Sonde abgetrennt", erklärte heute die japanische Weltraumbehörde Jaxa. Die Hauptsonde und der zweite Satellit seien in normalem Zustand. Der zweite Satellit solle am Freitag von der Sonde abgetrennt werden. Rstar ermöglicht der Hauptsonde die Kommunikation mit der Erde, wenn sich diese im Mondschatten befindet.

Die Raumsonde "Kaguya", die offiziell "Selene" heißt, war am 14. September mit der Rakete H-2A ins All gestartet und erreichte in der vergangenen Woche die Mond-Umlaufbahn. "Kaguya", die nach der Prinzessin in einem japanischen Volksmärchen benannt wurde, soll neue Informationen über die Oberfläche des Mondes sowie seine unteren Schichten beschaffen. Der rund 380.000 Kilometer von der Erde entfernte Mond birgt für die Wissenschaft bis heute viele Rätsel. Die genauen Umstände seiner Entstehung, seine mineralische Zusammensetzung und das mögliche Vorhandensein von Wasser sind bislang nicht geklärt.

Die japanische Raumfahrtagentur Jaxa bezeichnet die Mond-Mission als die ehrgeizigste seit dem Apollo-Programm der USA im Jahr 1969. Das Gelingen der Mission ist für die Jaxa von enormer Bedeutung. Japan will sich unter anderem einen Vorsprung vor China und Indien verschaffen, die ebenfalls eigene Missionen zum Mond planen. In den vergangenen Jahren musste Japans Weltraumprogramm zahlreiche Rückschläge einstecken. Zuletzt war 2003 eine Rakete von ihrem Kurs abgekommen und musste deshalb wenige Minuten nach dem Start zerstört werden.

kai/AFP

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