Satellitenbild der Woche Fahnen der Kanaren

Eine berühmte Meeresströmung umspült die Kanarischen Inseln. Auf einem neuen Satellitenbild hinterlässt sie ihre Spuren. Ursache ist der bei Urlaubern berühmte Passatwind.

Kanarische Inseln: El Hierro, La Palma, La Gomera, Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote (von West nach Ost)
NASA

Kanarische Inseln: El Hierro, La Palma, La Gomera, Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote (von West nach Ost)


Hamburg - Das Meer vor den Kanaren bietet Urlaubern angenehme Frische, dabei liegen die Inseln auf Höhe der Saharawüste. Eine kühle Meereströmung aus Norden taucht die Eilande westlich von Afrika in mildes Klima. Ein neues Satellitenbild der Nasa macht den berühmten Kanarenstrom auf besondere Weise sichtbar.

Seinen Ursprung hat die Strömung im warmen Golfstrom, der aus dem Golf von Mexiko nach Norden zieht. Im mittleren Nordatlantik auf Höhe von Portugal fällt ein Zweig nach Süden ab, der Kanarenstrom. Vor der Küste Afrikas bekommt er eine starke Kühlung verpasst: Konstant kräftiger Passatwind schiebt das Meerwasser weg von Afrikas Küste, so dass kaltes Wasser aus der Tiefe aufsteigt - es vermischt sich mit dem Kanarenstrom. Das Nasa-Foto des Satelliten "Terra" scheint zu zeigen, wie das Wasser die Inseln umspült - in Südrichtung der Strömung zeichnet das Meer hell schimmernde Fahnen hinter die Kanaren.

Kurs auf die Karibik

Der bei Urlaubern bekannte Nordost-Passatwind dürfte die Spuren erzeugt haben, berichtet die Nasa: Im Schatten der Vulkanberge kräuselt sich das Meer, wie das Bild des "Modis"-Spektrometers ("Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer") des "Terra"-Satelliten zeigen soll. Ähnliche Farbunterschiede, die bei der Reflektion des Sonnenlichts im Meer entstehen, verraten auf anderen Bildern Ölflecken, Verschmutzungen oder lange Wellen.

Der Kanarenstrom jedoch gilt als sauber, seit der Antike lockt er Fischer. Das aufströmende Tiefenwasser vor Afrika schwemmt massenhaft Nährstoffe an die Oberfläche; Plankton gedeiht prächtig, Fische kommen in Scharen. Gut tausend Kilometer südlich der Kanaren ändert die Strömung indes erneut ihre Richtung: Vor den Kapverdischen Inseln vereinigt sie sich mit dem Nördlichen Äquatorialstrom - und nimmt Kurs Richtung Karibik.

boj



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