Planeten-Konferenz Nasa macht Ausschluss von Chinesen rückgängig

Geordneter Rückzug bei der Nasa: Die US-Weltraumbehörde lässt nun doch chinesische Wissenschaftler zur Kepler Science Conference zu. Damit beugt sich die Behörde der scharfen Kritik, die auch von US-Forschern kam.


Nach Kritik aus dem In- und Ausland hat die US-Raumfahrtbehörde Nasa den Ausschluss von sechs chinesischen Wissenschaftlern von einer Konferenz rückgängig gemacht. Es sei gelungen, "die Absichten der entsprechenden Gesetzgebung" zu klären, auf deren Grundlage der Ausschluss beschlossen worden war, zitierte die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Montag aus einem Schreiben der Nasa an die sechs Forscher. Sie seien nun zu der Konferenz Anfang November eingeladen. Bei dem Treffen geht es um Planeten außerhalb unseres Sonnensystems und die Entdeckungen des Weltraumteleskops "Kepler".

Die Nasa hatte zuvor mitgeteilt, dass keine chinesischen Staatsbürger zur zweiten Kepler Science Conference im Ames-Forschungszentrum in Bundesstaat Kalifornien zugelassen würden. Die Entscheidung begründete sie mit einem Gesetz aus dem Jahr 2011, das eine Zusammenarbeit mit China oder einen Empfang chinesischer Besucher in ihren Einrichtungen untersage. China sprach daraufhin von einer "diskriminierenden Aktion".

Das allein hätte die Nasa vielleicht noch nicht umgestimmt. Allerdings regte sich bald auch Protest von US-Wissenschaftlern, von denen manche gar mit einem Boykott der Konferenz drohten. Geoff Marcy von der University of California in Berkeley, einer der erfolgreichsten Planetenforscher weltweit, schrieb etwa an die Organisatoren: "Bei dem Treffen geht es um Planeten, die drei Billionen Meilen entfernt sind und keinen Einfluss auf die innere Sicherheit haben." Ein Ausschluss chinesischer Wissenschaftler sei "beschämend und unmoralisch".

Der Kongressabgeordnete Frank Wolf, der den Gesetzentwurf damals eingebracht hatte, sprach von einer "inakkuraten" Umsetzung durch die Nasa. Das Gesetz richte sich gegen eine bilaterale US-chinesische Zusammenarbeit, nicht jedoch gegen multilaterale Kooperationen.

mbe/AFP

insgesamt 8 Beiträge
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franz-burbach 21.10.2013
1. Hach tut die Meldung gut.
Auch ich habe dagegen protestiert und freue mich das es etwas gebracht hat. Gruß Franz Burbach. Die sollten sich ein Beispiel nehmen beim "Wetter", dort gibt es international gesehen keine Probleme, es geht also auch ohne Neid und Krach.
richardson-dutch 22.10.2013
2. Ein wenig verrechnet...
... in drei Billionen Meilen Entfernung findet man noch keinen extraterrestrischen Planeten..
nixda 22.10.2013
3. darf man fragen wieso?
Zitat von franz-burbachAuch ich habe dagegen protestiert und freue mich das es etwas gebracht hat. Gruß Franz Burbach. Die sollten sich ein Beispiel nehmen beim "Wetter", dort gibt es international gesehen keine Probleme, es geht also auch ohne Neid und Krach.
Hatten Sie schon mal Kontakt zu Chinesen, ausser im Chinarestaurant? Aus meiner Erfahrung gibt es nämlich schon Gründe Chinesen nicht auch noch alles Wissen gratis zu schenken. In der Vorinternetzeit war ich öfters im Patentamt. Jedesmal waren dort auch ein paar Chinesen, die ihre "Forschung" so betrieben. An Messen erwischte man jedesmal solche die ungeniert Prototypen fotografierten und vermessen wollten. Es wurde auch gerne mal versucht Schrauben zu lösen um die Prototypen mitzunehmen. Welcher normale Messebesucher hat schon Schublehren und Werkzeug dabei? Sie mögen sagen das seien Einzelfälle. Nein. Ein Land, das ungeniert Industriespionage praktiziert und wo Produktpiraterie zum guten Ton gehört sollte erst mal etwas Ehrgefühl und Anstand für das Wissen anderer entwickeln.
bronck 22.10.2013
4.
Zitat von richardson-dutch... in drei Billionen Meilen Entfernung findet man noch keinen extraterrestrischen Planeten..
Ähm, jeder Planet außer der Erde ist extraterrestrisch. Sie meinen Wohl extrasolar. Sie haben allerdings Recht was die Zahlenangabe angeht. Gliese 581 ist z.B. 20,5 Lichtjahre entfernt. Also etwa 121 Billionen Meilen von der Erde entfernt.
franz-burbach 22.10.2013
5. Antwort an @nixda
Es gibt Leute die schneuzen ihren Rotz auf die Straße und es gibt Leute die schneuzen ihren Rotz in ein Taschentuch und tragen es in der Hose oder im "Handtäschchen" mit herum. Wer ist wohl besser? Du musst die Menschen nehmen wie sie sind, es gibt keine anderen. Übrigens findest du auf dem Patentamt "komischerweise" auch immer Leute von großen deutschen Firmen, die da scheinbar nur so herum lungern was dir aber doch auch wohl bekannt sein müsste. Und die Chinesen reagieren eben in vielem noch unausgereift. Die Zeit wird es schon bringen. Gruß Franz Burbach
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