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11. April 2016, 13:57 Uhr

Sorge um Planetenjäger

Weltraumteleskop "Kepler" ist im Notfallmodus

Statt im All nach unbekannten Planeten zu suchen, hat das Weltraumteleskop "Kepler" in den Notfallmodus geschaltet. Es steckt seine Energie nun vor allem in die Kommunikation zur Erde.

Mehr als tausend Planeten hat das Weltraumteleskop "Kepler" bereits außerhalb unseren Sonnensystems entdeckt - nun funktioniert es nicht mehr richtig, wie die Nasa berichtet. 120 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ging das Fluggerät demnach vergangene Woche in den Notfallmodus. Der kostet viel Energie und hat den Kontakt zur Bodenstation auf der Erde als oberstes Ziel.

Den letzten normalen Kontakt zu dem Teleskop hatte die Nasa am vergangenen Montag. Als die Kontrollstation das Teleskop drei Tage später auf das Zentrum der Milchstraße richten wollte, fiel auf, dass "Kepler" in den Notfallmodus umgeschaltet hatte.

13 Minuten pro Signal

Der große Abstand zur Erde von 120 Millionen Kilometern erschwert die Reparatur. "Selbst mit Lichtgeschwindigkeit dauert es 13 Minuten bis ein Signal zu der Raumsonde und zurück gelangt", erklärt Nasa-Missionsmanager Charlie Sobeck vom Ames Research Center in Mountain View. "Kepler" aus dem Notfallmodus zu holen, habe derzeit oberste Priorität.

Die Panne kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt. "Kepler" sollte eigentlich auf das Zentrum der Milchstraße ausgerichtet werden, um gemeinsam mit Bodenteleskopen weitere noch unbekannte Exoplaneten zu entdecken.

Die Nasa sucht vor allem nach Himmelskörpern, die weit entfernt um einen Stern kreisen, so ähnlich wie die äußeren Planeten in unserem Sonnensystem. Außerdem will sie Ausschau nach Planeten halten, die möglicherweise zwischen unterschiedlichen Sternen hin- und herwandern. Nun verzögern sich die Untersuchungen.

Es ist nicht das erst mal, dass "Kepler" technische Probleme hat. Dennoch hat das Teleskop, das seit 2009 im All ist, bereits Hinweise auf rund 5000 Planeten entdeckt, mehr als tausend dieser Entdeckungen wurden laut Nasa bislang bestätigt. Im vergangenen Jahr erspähte das Weltraumteleskop den bislang erdähnlichsten Planeten. Er wurde "Kepler-452b" genannt.

jme/AP/dpa

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