Kerberos Gestatten, das ist Plutos Mini-Mond

Ein kleiner kosmischer Brocken aus zwei Teilen - das ist Plutos Mond Kerberos. Jetzt gibt es dank der Raumsonde "New Horizons" erstmals ein Foto von ihm. Beinahe hätte er vor ein paar Jahren den Namen einer "Star Trek"-Welt bekommen.

Pluto-Mond Kerberos: Das Bild entstand aus 396.100 Kilometern Entfernung
NASA/ Johns Hopkins University/ APL/ SWRI

Pluto-Mond Kerberos: Das Bild entstand aus 396.100 Kilometern Entfernung


Zunächst hatte der Höllenhund einen ziemlich technischen Namen. Als Astronomen um Mark Showalter vom Seti Institute im kalifornischen Mountain View im Sommer 2011 einen bis dahin unbekannten Pluto-Mond entdeckten, nannten sie ihn S/2011 (134340) 1. So verlangte es die übliche Nomenklatur: Es war schließlich der erste im Jahr 2011 entdeckte Satellit des Zwergplaneten 134340. So heißt Pluto offiziell in den Unterlagen der Internationalen Astronomischen Union (IAU). Jedenfalls seit diese ihn vom Planeten zum Zwergplaneten degradiert hat.

Seinen aktuellen Namen nach dem Bewacher der Unterwelt aus der griechischen Mythologie bekam der Himmelskörper dann auch erst nach ein bisschen Knatsch mit genau dieser IAU. Showalter und seine Kollegen hatten ein Internet-Voting über den möglichen Namen veranstaltet. Und dabei hatte der Vorschlag "Vulcan" gewonnen. Daran wiederum war William Shatner schuld, "Star Trek"-Fans besser bekannt als Captain James T. Kirk.

Der hatte sich dafür stark gemacht, dass der Mond nach der Heimat der Vulkanier - der bekannteste von ihnen ist Mister Spock - benannt wurde. Die IAU schmetterte den Vorschlag jedoch ab - und bestand darauf, dass der kleine Himmelskörper nach einem Charakter der mythischen Unterwelt benannt wurde. So kam Kerberos - in seiner griechischen Schreibweise - zum Zug.

Nun gibt es erstmals ein Foto des Pluto-Begleiters. Gemacht hat es die Raumsonde "New Horizons" - und zwar schon im Sommer dieses Jahres aus knapp 400.000 Kilometern Entfernung. Es wurde allerdings erst in dieser Woche zur Erde geschickt. Das liegt daran, dass die Übertragungsrate wegen der großen Entfernung nur sehr gering ist und vorher andere Daten gesendet werden mussten. Zum Beispiel zahlreiche hochauflösende Aufnahmen vom Pluto selbst - oder seinem größeren Mond Charon. Dort gibt es zum Beispiel ein Schluchtensystem, das viermal länger ist als der Grand Canyon, wie man jetzt weiß.

Pluto und Monde: Die Aufnahme ist aus Einzelfotos zusammengesetzt
NASA/ Johns Hopkins University/ APL/ SWRI

Pluto und Monde: Die Aufnahme ist aus Einzelfotos zusammengesetzt

Das nun vorliegende Bild belegt, dass Kerberos um einiges kleiner ist als bisher von den Experten vermutet. Er besteht aus zwei Bereichen, die insgesamt knapp 15 Kilometer lang sind. Die Oberfläche des Himmelskörpers ist wiederum deutlich heller als die Astronomen bisher annahmen. Wahrscheinlich besteht sie zu großen Teilen aus Wassereis.

Beim "New Horizons"-Team geht man davon aus, dass Kerberos aus zwei einzelnen Objekten entstanden sein könnte. Diese könnten in der Kollision eines kosmischen Brockens aus dem Kuipergürtel mit der Oberfläche des Pluto ihren Ursprung genommen haben.

In den Tiefen des Kuipergürtels soll sich übrigens auch "New Horizons" noch weiter umsehen. Ziel ist ein Objekt namens 2014 MU 69. Es misst 25 bis 45 Kilometer - und ist damit offenbar deutlich größer als etwa Kerberos. Um den Himmelskörper zu erreichen, muss die Sonde mehrere Manöver zur Kurskorrektur durchführen. Die erste Zündung der Triebwerke in dieser Woche ging jedenfalls glatt.

chs

insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
kayhawai 24.10.2015
1. Wahnsinn!
Das ist ja wirklich ein sensationelles Foto! Toll! Man hätte allerdings auch eines von meinem Hintern bei Mondschein nehmen können...
dani7830 24.10.2015
2. zu*Wahnsinn!kayhawai
einfach mal einstellen dann hätte man ein Vergleich. ??
dani7830 24.10.2015
3. zu Beitrag 1
einfach mal einstellen dann hätte man ein Vergleich. ??
Layer_8 24.10.2015
4.
Vulkan wäre nicht schlecht gewesen. Dann allerdings für die anschauliche Umbenennung des Planeten Venus.
big t 24.10.2015
5.
Unmöglich von der IAU den Namensvorschlag des Entdeckers abzulehnen. ER hats entdeckt und darf es nennen wie er will.
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Seite 1

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