Erfolgreicher Start Bremer Kerzenwachs-Rakete hebt ab

Sie fliegt: 1500 Meter Flughöhe hat eine mit Kerzenwachs und Sauerstoff angetriebene Rakete erreicht. Entwickelt und gebaut wurde "Zephyr" von Studenten in Bremen.
"Zephyr"-Team mit Rakete in Kiruna (Schweden)

"Zephyr"-Team mit Rakete in Kiruna (Schweden)

Foto: dpa

Im vierten Anlauf ist der Start einer mit Kerzenwachs betriebenen Forschungsrakete geglückt. Am Samstag hob "Zephyr" vom tief verschneiten nordschwedischen Kiruna ab. "Wir sind alle unglaublich froh, dass der Start nun geklappt hat", sagte der Bremer Raketenforscher Peter Rickmers. Er und sein Studententeam waren seit rund einer Woche in Schweden und mussten Nerven zeigen: Dreimal war der Start zuvor abgebrochen worden. Das Projekt drohte zu kippen.

Nun ist der Start gelungen, wenn auch nicht ganz so wie geplant: Die Rakete verfehlte ihr Ziel von 4000 Metern Flughöhe, kam aber immerhin auf 1500 Meter. "Das war zwar weniger als erwartet, aber das liegt wahrscheinlich daran, dass wir bei diesem Versuch übervorsichtig waren und zu wenig Sauerstoff getankt haben", sagte Rickmers.

Die Rakete war mit Paraffin (Kerzenwachs) und flüssigem Sauerstoff als Treibstoff gestartet. Sie entwickelt über 25 Sekunden eine thermische Leistung von sechs Megawatt - das sind umgerechnet 8100 PS.

Landung am Fallschirm

Im Oktober hatten Wissenschaftler der TU Delft eine ebenfalls mit Kerzenwachs angetriebene Rakete von Spanien aus gestartet. "Stratos II+" erreichte damals eine Höhe von 21,4 Kilometern . Neben Wachs nutzten die Holländer als Treibstoff aber auch Süßstoff und Aluminiumpulver.

Die Bremer Rakete sollte mit einem Fallschirm zur Erde zurückkehren. Bis 500 Meter vor der Landung gab es ein GPS-Signal. Deshalb stünden die Chancen gut, dass die Rakete wiedergefunden werde. "Die gesammelten Daten werden dann eingehend analysiert und hoffentlich für eine verbesserte Version des Antriebs für das "Stern-2"-Projekt genutzt", so Rickmers (36), der am Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (Zarm) der Uni Bremen forscht und mit Studierenden rund vier Jahre an dem Projekt arbeitete.

Die "Zephyr"-Rakete wurde in Bremen entworfen, konstruiert und gebaut und über das "Stern"-Programm des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) gesponsert.

hda/dpa
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