Klimawandel Satellit beobachtet CO2-Anstieg über Nordhalbkugel

Mühsam und kleinteilig ist die Messung von CO2 in der Atmosphäre bislang. Nun zeigen deutsche Forscher, dass auch vom Satelliten aus die Konzentration des Treibhausgases gemessen werden kann - und der CO2-Anstieg dabei bestätigt wird.


Der Trend passt zu jenen Kurven, die auch Messstationen am Boden aufgezeichnet haben: Saisonal schwankt die Konzentration des Treibhausgases CO2, doch über die Jahre gesehen steigt sie an.

Das besondere an den bunten Computergrafiken der nördlichen Hemisphäre, die Bremer und Kölner Wissenschaftler nun vorstellen, ist, dass sie mit Satellitendaten erstellt wurden. Es handelt sich dabei nach eigenen Angaben um das erste Mal, dass der CO2-Anstieg vom Weltraum aus beobachtet worden ist. Jetzt veröffentlichten die Forscher um Michael Buchwitz von der Universität Bremen ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift "Atmospheric Chemistry and Physics Discussion".

Der europäische Umweltsatellit "Envisat" hat die nötigen Messungen vorgenommen, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln mitteilte. Das Sciamachy-Instrument (für Scanning Imaging Absorption Spectrometer for Atmospheric Chartography) an Bord des Satelliten habe die nötigen Rohdaten geliefert. Das DLR hatte es zusammen mit niederländischen und beglischen Partnern konstruiert.

"Unsere Analyse zeigt, dass es möglich ist, sehr kleine Veränderungen der Menge des in der Atmosphäre enthaltenen Treibhausgases CO2 vom Weltraum aus zu messen", sagte Michael Buchwitz vom Institut für Umweltphysik der Universität Bremen. Der Anstieg liege bei etwa 0,5 Prozent pro Jahr. Eine dermaßen geringe Veränderung lässt sich angesichts der großen saisonalen Schwankungen schwer messen. Doch mit spezieller Software ist dies nun gelungen. "Studien haben gezeigt, dass Satellitenmessungen des CO2 entscheidende Wissenslücken schließen können", sagte Buchwitz.

Künftig können damit Daten aus dem Orbit mit Messungen von Schiffen, Bojen, Messballons und von Messstationen an Land kombiniert werden, damit Wissenschaftler die Zusammensetzung der Erdatmosphäre genauer nachvollziehen.

stx/dpa



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