Kollision eines Raketenteils 13.25 Uhr: Einschlag auf dem Mond

Auf der abgewandten Seite des Mondes schlägt an diesem Freitag ein Stück Weltraumschrott ein. Beobachten lässt sich das nicht. Auch woher das Raketenteil stammt, ist nicht ganz klar.
Zu den Kratern auf der Mondoberfläche wird an diesem Freitag ein weiterer dazukommen

Zu den Kratern auf der Mondoberfläche wird an diesem Freitag ein weiterer dazukommen

Foto: NASA

Zum ersten Mal wird an diesem Freitag ein Stück Weltraumschrott auf dem Mond einschlagen.

Vorhergesagt ist die Kollision für 13.25 Uhr. Allerdings lässt sich das Geschehen von der Erde aus nur schlecht verfolgen: Der Aufprall wird auf der abgewandten Seite des Mondes stattfinden. Eine unmittelbare Bestätigung wird es also nicht geben. Denkbar ist jedoch, dass Raumsonden im Nachhinein nach einem frischen Krater Ausschau halten können.

Über die Herkunft des Raketenteils, das nun auf den Mond treffen wird, wurde lange spekuliert: Erst hieß es, es handele sich vermutlich um einen Teil einer Rakete des Raumfahrtunternehmens SpaceX, um die zweite Stufe der »Falcon 9«.

Vermutlich ein Raketenteil der Mondsonde »Chang'e 5-T1«

Doch dann revidierte der Astronom, der das Objekt entdeckt hatte, seine Aussage vor wenigen Wochen. Vermutlich handele es sich um einen Teil einer chinesischen Rakete – genauer gesagt um die Boosterstufe der Mondsonde »Chang'e 5-T1«. Diese Sonde sei im Oktober 2014 gestartet, sie habe den Mond umrundet und sei dann zur Erde zurückgekehrt. Über den Verbleib der Trägerrakete sei nichts bekannt gewesen.

Die Geschwindigkeit, mit der das Objekt auf die Mondoberfläche treffen soll, wird mit mehr als 2,5 Kilometern pro Sekunde angegeben. Das Raketenteil wiegt etwa vier Tonnen. Es sei davon auszugehen, dass der Raketenkörper in einem flachen Winkel in die Oberfläche eindringen, Trümmer verstreuen und im Bereich des großen Hertzsprung-Kraters einen neuen Krater mit einem Durchmesser von 20 bis 30 Metern verursachen wird. Als besonders gilt der Einschlag jedoch nicht.

Allerdings könnte das Ereignis das Erste von vielen weiteren sein: Mit der zunehmenden Menge an Weltraumschrott wird auch das Risiko von Kollisionen steigen – mit dem Mond genauso wie mit von Menschen bewohnten Raumstationen. Und sollten irgendwann Menschen auf einer Mondstation leben, werden auch sie sich mit der Gefahr von herumfliegendem Weltraumschrott auseinandersetzen müssen.

vki