Himmelsschauspiel Sternschnuppen und Komet leuchten zur Weihnachtszeit

Zwei Naturereignisse bezaubern Himmelsgucker: Der Komet "Lovejoy" und Kaskaden von Sternschnuppen nähern sich der Erde. Am Sonntag sind sie am besten zu beobachten - wenn das Wetter mitspielt.

Komet "Lovejoy", aufgenommen am 26. November in Köln: Das Bild besteht aus 20 Einzelbildern mit einer Belichtungszeit von gut 15 Minuten
DPA

Komet "Lovejoy", aufgenommen am 26. November in Köln: Das Bild besteht aus 20 Einzelbildern mit einer Belichtungszeit von gut 15 Minuten


Der Nachthimmel bietet zur Weihnachtszeit gleich zwei Auftritte. Bei klarer Sicht dürfte der Komet "Lovejoy" am Sonntagmorgen und auch am Sonntagabend am besten zu beobachten sein. In der Nacht zu Montag erreichen zugleich die Sternschnuppen der Ursiden ihr Maximum. "'Lovejoy' ist aber vermutlich nur mit dem Feldstecher zu entdecken", sagte der Vorsitzende der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) im hessischen Heppenheim, Otto Guthier.

Bei den Sternschnuppen könnte es besser aussehen - "wenn der Himmel klar ist". Die Ursiden sind zwar nicht so ergiebige Meteorströme wie die Geminiden oder die Perseiden. "Zu erwarten sind aber zwischen 10 und 30 pro Stunde", meinte Guthier.

Nach Auskunft des Deutschen Wetterdienstes sind die Beobachtungschancen jedoch nicht besonders gut. Die besten gebe es vor Weihnachten und am Heiligabend meist im Osten und im Süden Deutschlands. Andernorts verhindere eine oft dicke Wolkendecke die Sicht nach oben. An den darauffolgenden Feiertagen "wird es dann langsam richtig schwierig", sagte der Meteorologe Marcus Beyer. Zu den Wolken komme stärkerer Regen hinzu.

Komet "Lovejoy": Zum Zeitpunkt der Aufnahme 130 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt
NAOJ/ Masafumi Yagi

Komet "Lovejoy": Zum Zeitpunkt der Aufnahme 130 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt

Nächster Komet im Anflug

"Lovejoy" könnte laut Guthier am besten morgens im Nordosten etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang zu entdecken sein, oder abends, dann im Nordwesten eine Stunde nach Sonnenuntergang. Er werde seinen sonnennächsten Punkt am 22. Dezember erreichen - und dabei einen Sicherheitsabstand von 120 Millionen Kilometern einhalten. Ein leuchtender Schlussakt für 2013. Wer den Kometen verpasse, habe im Januar noch mal Chancen, ihn zu sehen.

2013 war ein regelrechtes Kometen-Jahr: Im Frühjahr sorgten "Panstarrs" und "Lemmon" für herausragende Hingucker. In der zweiten Jahreshälfte zeigte sich "Ison". Am sonnennächsten Punkt löste er sich aber überraschend auf. Doch der nächste Komet ist schon im Anflug. Der Schweifstern "Linear" entwickelt sich vielversprechend. Anfang 2014 soll er seine volle Leuchtkraft erreichen.

boj/dpa

insgesamt 10 Beiträge
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hanoh 21.12.2013
1. Weihnachtszeit naht und ein leuchtender Stern erscheint
Wo wird Jesus geboren, und wer sind die 3 heiligen Könige? Immer diesen Kometen folgen, und vermutlich werden wir es dann wissen .....
michael1971 21.12.2013
2. Ein Komet zu Weihnachten ist etwas schönes..
Wie in den Sagen und Legenden, das bietet schon eine Faszination.. bin schon gespannt was sich um diese Jahreszeit ereignet, da wird es sicher einige Spekulationen und Interpretationen in Verbindung mit dem Erscheinen des Kometen geben. Netter als der ganze Kommerz und letzte-minute-Einkaufsrummel zu Weihnachten. Dem Kometen folgen kann in die Irre führen - schließlich ändert er die Position mit der Erddrehung :)
uhrentoaster 21.12.2013
3. Wie hell wird er sein?
Zitat von sysopDPAZwei Naturereignisse bezaubern Himmelsgucker: Der Komet Lovejoy und Kaskaden von Sternschnuppen nähern sich der Erde. Am Sonntag sind sie am besten zu beobachten - wenn das Wetter mitspielt. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/komet-lovejoy-und-sternschnuppen-am-himmel-zu-weihnachten-a-940461.html
Der Hinweis auf den Kometen ist ja ganz nett, jedoch vermisse ich eine Info, wie hell er sein wird. Wieviel mag wird er denn haben?
kook1979 21.12.2013
4.
Zitat von uhrentoasterDer Hinweis auf den Kometen ist ja ganz nett, jedoch vermisse ich eine Info, wie hell er sein wird. Wieviel mag wird er denn haben?
Derzeit hat er um die 6 mag, deswegen ist er höchstens unter optimalen Bedingungen mit bloßen Auge sichtbar. Im Fernglas ist er aber gut zu erkennen, im Moment steht er im Sternbild Herkules.
_Netizen 21.12.2013
5. Helligkeit
Zitat von uhrentoasterDer Hinweis auf den Kometen ist ja ganz nett, jedoch vermisse ich eine Info, wie hell er sein wird. Wieviel mag wird er denn haben?
Aktuell liegt die Helligkeit bei etwa 6,4mag (laut CalSky) und ist langsam abnehmend. Mit bloßem Auge ist da nix mehr. Im Fernglas oder kleinen Teleskopen sollte das Ding aber zu sehen sein. Oder direkt eine Kamera mit Langzeitbelichtung auf die Himmelsregion richten. Was die religiösen Erzählungen angeht - der "Stern von Bethlehem" ist genauso eine Legende wie der gesamte Rest. Weder gab es einen Jesus Christus noch "Heilige drei Könige" (die waren schon in der Bibel weder zu dritt geschweige denn Könige, die Namen kamen auch erst Jahrhunderte später). Es sind letztlich Märchen, die sich die Kirche selbst ausgedacht hat. Wer dran glauben mag, bitteschön. Aber man kann Weihnachten (oder meinetwegen die Wintersonnenwende) als Fest im engen Familien- und Freundeskreis auch gut ohne diesen ideologischen Unsinn feiern. Insbesondere ist auch Komet "Lovejoy" weder Heils- noch Unheilsbringer, sondern einfach nur ein astronomisch interessantes Objekt.
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