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Komet Panstarrs: Besuch vom Rand des Sonnensystems

Foto: Terry Lovejoy

Astronomische Rarität Komet Panstarrs mit bloßem Auge sichtbar

Im März ereignet sich ein seltenes Himmelsspektakel: Ein Komet erscheint am Nachthimmel, den man mit bloßem Auge beobachten kann. Der Schweifstern hat seinen sonnennächsten Punkt bereits passiert - bald verschwindet er wieder in den Tiefen des Sonnensystems.

Hamburg - Laut der US-Weltraumbehörde Nasa gibt es im Schnitt alle fünf bis zehn Jahre die Möglichkeit, einen Kometen mit bloßem Auge am Himmel zu sehen. Dieses Jahr allerdings wird sich die Gelegenheit wohl gleich zweimal bieten.

Der Komet C/2011 L4 Panstarrs hat auf seiner exzentrischen Bahn am 10. März seinen sonnennächsten Punkt erreicht - da war er rund 45 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Daher sind schon einige Beobachtungen des Kometen gelungen.

Der Komet sollte inzwischen in der Abenddämmerung für Beobachter auf der Nordhalbkugel gut mit bloßem Auge erkennbar sein. Nach der Dämmerung könne man Panstarrs tief am Himmel im Westen, nicht weit entfernt vom Mond, sehen, berichtet die britische Royal Astronomical Society. Die Gesellschaft rät allerdings dazu, den Kometen durch ein Fernglas zu betrachten. Dann sei auch der Schweif gut zu erkennen. Voraussetzung ist natürlich, dass das Wetter mitspielt.

Besucher aus der Randzone des Sonnensystems

In den kommenden Nächten würde die Helligkeit des Kometen abnehmen, allerdings würde er dann auch später in der Nacht noch am Himmel stehen, so dass man ihn in der Dunkelheit noch gut sehen könne. Am Monatsende werde der Komet dann aber selbst mit Fernglas oder kleinen Teleskopen kaum noch zu sehen sein.

Entdeckt wurde C/2011 L4 Panstarrs im Juni 2011 mit dem gleichnamigen Teleskopsystem, dem Panoramic Survey Telescope and Rapid Response System (Panstarrs), das auf dem Haleakala-Vulkan und dem Mauna Kea auf Hawaii steht.

Wie viele andere Kometen auch, stammt er wohl aus der Oortschen Wolke am äußersten Rand des Sonnensystems. Nach der kurzen Phase, in der er von der Erde aus gut zu sehen ist, wird er wieder in Richtung der Randzone verschwinden.

Zum Ende des Jahres erwarten Astronomen dann einen weiteren Kometen: C/2012 S1 (ISON) wird sich der Sonne sogar auf bis zu 1,8 Millionen Kilometer nähern. Entweder bricht er bei seiner Reise Richtung Zentralgestirn auseinander - oder aber er bleibt intakt, erhitzt sich stark und wird so hell leuchten, dass er über Monate lang mit bloßem Auge am Himmel zu sehen ist.

wbr
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