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Kometen-Schauspiel: "Lovejoy" gesellt sich zu "Ison"

Foto: Henning Kaiser/ dpa

Himmelsspektakel Komet "Ison" bekommt Gesellschaft

Kometen-Schauspiel auf der Himmelsbühne: Gleich zwei Schweifsterne ziehen derzeit über den Nachthimmel. Außer "Ison" zeigt sich der Komet "Lovejoy", der in dunklen Momenten sogar mit dem bloßen Auge zu erkennen ist.

Außer "Ison" gibt es jetzt einen weiteren Schweifstern am Nachthimmel zu sehen: Der Komet "Lovejoy" ist voraussichtlich noch bis Ende des Jahres mit dem Feldstecher zu sehen, unter guten Bedingungen sogar mit bloßem Auge, wie das Astronomie-Portal "kometen.info"  berichtet.

Der Schweifstern, der Anfang September vom australischen Amateurastronomen Terry Lovejoy entdeckt wurde, steht morgens hoch am Osthimmel und wandert vom Sternbild der Jagdhunde, direkt unterhalb des Großen Wagens, ins Sternbild Bärenhüter (Bootes).

Komet "Lovejoy" habe aktuellen Sichtungen zufolge einen langen Gasschweif ausgebildet und sehe "Ison" zum Verwechseln ähnlich, berichtet das Astronomie-Portal. Der Schweifstern mit der offiziellen Katalognummer C/2013 R1 ("Lovejoy") kreist auf seiner stark elliptischen Bahn einmal in 346 Jahren um die Sonne und wird seinen sonnennächsten Punkt am 22. Dezember erreichen.

"Isons" Schicksal entscheidet sich am Donnerstag

Anders als "Ison", der an diesem Donnerstag durch die Außenbezirke der Sonnenatmosphäre rast, nähert sich "Lovejoy" der Sonne nur auf rund 120 Millionen Kilometer. Das entspricht etwa 80 Prozent der Entfernung der Erde zur Sonne. Seinen erdnächsten Punkt hat "Lovejoy" bereits am 20. November mit knapp 60 Millionen Kilometern Abstand passiert.

Wenn "Ison" am Donnerstag gegen 20 Uhr an der Sonne vorbeifliegt, wird sich sein Schicksal entscheiden: Er könnte den Vorbeiflug erfolgreich überstehen, aber auch zerbrechen oder verdampfen. Kometen bestehen aus einer Mischung von Eis und Gestein und werden daher auch als schmutzige Schneebälle bezeichnet.

Vor seiner Sonnenpassage erwies sich "Ison" zuletzt als überraschend widerstandsfähig. Auf aktuellen Bildern der Sonnensonde "Soho" waren nach Angaben von Wissenschaftlern jedenfalls keine deutlichen Auflösungserscheinungen des Kometen auszumachen. Die Aufnahme zeigten vielmehr "das Erscheinungsbild eines Kometen mit zwei Schweifen, wie man es jetzt erwarten kann", sagte der Kometenforscher Hermann Böhnhardt vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung im niedersächsischen Katlenburg-Lindau.

Sollte "Ison" die bevorstehende Sonnenumrundung überstehen, dürfte der Komet im Dezember ein prächtiges Schauspiel am Himmel bieten. Allerdings war seit Wochenbeginn spekuliert worden, dass der Kern des Schweifsterns bereits gänzlich zerstört sein könnte.

che/dpa/AFP