Kosmischer Besuch Asteroid kommt Erde näher als Satelliten

Ein Asteroid wird die Erde im Februar 2013 nur knapp verfehlen: "2012 DA14" kommt nach Berechnungen der Nasa dichter an den Planeten heran als die Satelliten im geostationären Orbit. Auf der Oberfläche einschlagen wird der rund 45 Meter große Brocken aber nicht.
Vorbeiflug von "2012 DA14": Am 13. Februar 2013 soll der Asteroid die Erde passieren

Vorbeiflug von "2012 DA14": Am 13. Februar 2013 soll der Asteroid die Erde passieren

Foto: NASA/ JPL

Rund 35.800 Kilometer von der Erde entfernt kreisen diverse Satelliten im sogenannten geostationären Orbit. Im Februar 2013 wird ein Asteroid zwischen ihnen und der Erde hindurchfliegen: Der als "2012 DA14" bezeichnete Brocken schrammt nach Berechnungen der US-Weltraumbehörde Nasa so dicht an der Erde vorbei, dass er dem Planeten näher kommt als die vom Menschen in den Orbit geschossenen Flugobjekte.

Ein Einschlag drohe aber nicht: "2012 DA14" werde beim Vorbeiflug mindestens 3,2 Erdradien von der Oberfläche entfernt bleiben. Das entspricht einer Distanz von gut 20.000 Kilometern. Damit ist er auch weit von jenen Satelliten entfernt, die - ebenso wie die Internationale Raumstation - in niedrigeren Bahnen um die Erde kreisen. Die ISS ist in einer Höhe von rund 350 Kilometern unterwegs.

Die Größe des kosmischen Vagabunden ist noch nicht exakt bestimmt. Die Astronomen gehen bisher davon aus, dass er einen Durchmesser von rund 45 Metern hat. Am dichtesten soll er der Erde am 15. Februar gegen 20.26 Uhr mitteleuropäischer Zeit kommen. Mit bloßem Auge wird der Asteroid allerdings auch dann nicht zu erspähen sein.

Regelmäßige Stippvisiten

Kleinere Asteroiden kommen der Erde alle paar Jahre recht nahe. Im Juni 2011 flog der 18 Meter große "2011 MD" in rund 12.000 Kilometern Entfernung vorbei. Nasa-Forscher gehen davon aus, dass Asteroiden mit einem Durchmesser unter 30 Metern kaum Schaden auf der Erdoberfläche anrichten würden. Der größte Teil solcher Brocken würde bereits beim Eintritt in die Atmosphäre verglühen.

Gefährlich sind dagegen größere Exemplare wie zum Beispiel "2005 YU55", der die Erde im November 2011 in rund 324.600 Kilometern Entfernung passierte. Dieser etwa 400 Meter große Asteroid pendelt vermutlich seit Jahrtausenden zwischen den Bahnen von Venus und Mars, so dass er immer wieder an der Erde vorbeifliegt.

Viele Forscher machen sich Gedanken darüber, wie sich die Erde schützen ließe, falls tatsächlich der Einschlag eines größeren Asteroiden drohen sollte. Ein solches Ereignis ist zwar unwahrscheinlich. Allerdings künden einige Krater, wie etwa das Nördlinger Ries, von der Zerstörungskraft solcher Kollisionen. Erst kürzlich hat die Europäische Union Wissenschaftler deshalb beauftragt, mögliche Abwehrstrategien zu entwickeln.

wbr
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