Kunst aus dem Orbit Ausstellung zeigt XXL-Satellitenbilder

Wissenschaft kann auch gut aussehen: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat im Oberhausener Gasometer eine Ausstellung eröffnet, die 58 Satellitenbilder im XXL-Format zeigt. SPIEGEL ONLINE zeigt eine Auswahl der besten Fotos.


Der Ort scheint passend gewählt: Der Gasometer in Oberhausen gilt mit 117,5 Metern als höchste Ausstellungshalle Europas, und in der stählernen Tonne ist seit dem heutigen Donnerstag die Bilderschau "Das Auge des Himmels" zu sehen. Nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wurden die Daten ursprünglich für wissenschaftliche Zwecke erhoben. "Satelliten erfassen die Erdoberfläche auch außerhalb des für uns sichtbaren Lichts", sagte der stellvertretende DLR-Vorstandschef Klaus Hamacher bei der Ausstellungseröffnung. "Mit Radarsatelliten ist es zudem möglich, Aufnahmen auch nachts und durch Wolken hindurch zu erstellen."

Was aus dem Mund des Betriebswirts Hamacher wie die Einleitung zu einer Telekolleg-Sendung klingt, verspricht atemberaubende Blicke auf die Erde. Die moderne Satellitentechnik erlaubt nicht nur gestochen scharfe Bilder der Erdoberfläche, sondern lässt Landschaften und Ozeane in surrealen Farben leuchten, da die Instrumente der Himmelsaugen in unterschiedlichen Wellenbereichen arbeiten.

Verglichen mit den Worten Hamachers klang der Kommentar von Gasometer-Geschäftsführerin Jeanette Schmitz geradezu schwärmerisch: "Diese Bilder verfügen über eine solche Schönheit, die sonst nur Kunstwerken eigen ist. Es werden Blicke auf gewaltige Gebirge und Wüsten ermöglicht, auf Flüsse und Ozeane, auf unberührte Natur und auf vom Menschen veränderte Landschaft mit heiligen Stätten und Industriemetropolen."

Die Ästhetik ist allerdings nur ein Nebenprodukt der Daten aus dem Orbit, die bei der Erforschung der Atmosphäre helfen und Veränderungen auf der Erdoberfläche zeigen. Auch im Katastrophenschutz sind Satellitenbilder von großem Wert. Nach dem verheerenden Tsunami am 26. Dezember 2004 konnten mit Hilfe der Satelliten schnell aktuelle Landkarten erstellt werden, die den Hilfskräften Orientierung boten.

"Bei der Erdfernerkundung mit Radar ist Deutschland weltweit führend", sagte Hamacher. Radarsensoren können digitale Höhenmodelle anfertigen. Mit "TerraSAR-X" werde Deutschland in einigen Wochen einen Radar-Satelliten starten, der Bilder mit einer Auflösung von bis zu einem Meter erlaubt.

mbe



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