Landung in Cape Canaveral "Atlantis" beendet letzten Ausflug ins All

Es war ihr finaler Besuch im Weltraum: Die "Atlantis" ist zum letzten Mal auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral gelandet, nach 25 Dienstjahren hat sie ausgedient. Jetzt dürfen nur noch die beiden Space Shuttles "Endeavor" und "Discovery" ins All - jeweils ein Mal.

AP

Cape Canaveral - Ein letzter Start, eine letzte Mission - und jetzt die letzte Rückkehr aus dem All. Die US-Raumfähre "Atlantis" hat nach 25 Jahren ihre erfolgreiche Karriere im Dienste der Weltraumforschung beendet.

Am Mittwoch um 14.48 Uhr deutscher Zeit landete das Space Shuttle auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida, teilte die Luft- und Raumfahrtbehörde Nasa mit. Vor ihrer Rückkehr war die Raumfähre noch etwa anderthalb Stunden in einer Entfernung von 200 Metern um die Internationale Raumstation gekreist - dabei machten die Astronauten jede Menge Aufnahmen von der ISS.

Am Montag wurden dann die Hitzeschilde des Shuttles überprüft, bevor die Raumfahrtbehörde NASA grünes Licht für eine Landung gab. Kurz vor dem geplanten Landezeitpunkt schaltete Bordkommandant Ken Ham zwei Motoren ein, welche die Fähre binnen drei Minuten und fünf Sekunden von einer Reisegeschwindigkeit von 27.000 Stundenkilometern um 360 Stundenkilometer abbremsten.

Die Fähre legte in ihrer Dienstzeit rund 185 Millionen Kilometer zurück. Bis zur endgültigen Einstellung des Shuttle-Programms stehen jetzt nur noch je ein Flug der Schwester-Fähren auf dem Plan: Im September soll noch das Schwesterschiff "Discovery" zur ISS fliegen, im November findet mit einem Einsatz der "Endeavour" der letzte Flug dieser Generation von Space-Shuttles statt.

Bis zur Entwicklung eines neuen "Weltraumtaxis" werden die USA ihre Besatzungen und Ausrüstungen dann mit russischen "Sojus"-Kapseln zur ISS fliegen.

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"Atlantis": Nur noch einmal ins All
Mit sechs Astronauten an Bord war die "Atlantis" am 14. Mai zu ihrer Abschiedsmission aufgebrochen. Die Crew unter Kommandant Ken Ham brachte das russische Forschungsmodul "Rasswet" mit, dass die Mannschaft bei einem mehrere Stunden andauernden Außeneinsatz an der Internationalen Raumstation (ISS) anbrachten. Zudem lieferte die "Atlantis" tonnenweise Ersatzteile und Versorgungsgüter zur ISS. Insgesamt zwölf Tage war die "Atlantis" im All. In dieser Zeit absolvierten die Crew-Mitglieder insgesamt drei Außeneinsätze.

Die Nasa stellt das Space-Shuttle-Programm, ebenso wie das neue Raumfahrtprogramm "Constellation", aus Kosten- und Sicherheitsgründen ein. Wegen der schweren Finanzkrise hatte Präsident Barack Obama auch weitreichende Pläne seines Vorgängers George W. Bush zu den Akten gelegt, wieder US-Astronauten zum Mond zu schicken. Er bekannte sich aber später zu dem Ziel, Marsflüge ins Auge zu fassen.

1985 wurde die "Atlantis" in den Dienst gestellt und absolvierte seither 32 Flüge, und damit den 132. Shuttle-Einsatz überhaupt; jetzt haben die Raumfähren ihr technisches Lebensende erreicht. Die "Atlantis" soll zunächst für Notfälle während des letzten Fluges der "Endeavor" bereitstehen.

Was langfristig mit der Raumfähre geschehen soll, ist noch unklar. Derzeit laufen Gespräche darüber, welche Technikmuseen sich mit den tonnenschweren Weltraumveteranen schmücken dürfen. Eine kostspielige Angelegenheit: Für rund 30 Millionen Dollar sollen die altgedienten Space Shuttles zu haben sein.

cib/AFP/ddp/Reuters

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