Lyriden-Schauer Kometenstaub regnet auf die Erde

Sternschnuppen sind im Anflug: Derzeit regnen Abertausende Körnchen Kometenstaub auf die Erde. Die Wettervorhersage verspricht gute Sicht auf das Himmelsspektakel.
Himmel im Blick: Gute Sicht auf Sternschnuppen vorhergesagt

Himmel im Blick: Gute Sicht auf Sternschnuppen vorhergesagt

Foto: © Ali Jarekji / Reuters

Ein alter Glaube will es, dass einen Wunsch frei hat, wer eine Sternschnuppe erspäht. In den nächsten Tagen können Nachtschwärmer ihre Wünsche gen Himmel richten. Die Lyriden erreichen in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ihren Höhepunkt.

"In den Morgenstunden hat man die besten Chancen", sagte Sirko Molau von der Fachgruppe Meteore der Vereinigung der Sternfreunde in Heppenheim. Die Zeit etwa zwischen 3 Uhr und 5 Uhr sei die beste für die Beobachtung. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagte am Montag gute Beobachtungschancen voraus. Nur im Nordwesten Deutschlands, in Sachsen und im nordöstlichen Bayern sei mit Wolken zu rechnen.

Molau schätzt, dass es zehn bis 15 Sternschnuppen pro Stunde zu sehen gibt. "Die Lyriden zählen nicht zu den ganz starken, aber auch nicht zu den ganz schwachen Meteorströmen. Sie gehören zur mittleren Kategorie." Das Schauspiel sei mit bloßem Auge zu sehen. Das Mondlicht überblende die Sternschnuppen kaum, der Mond werde nur zu etwa einem Fünftel zu sehen sein.

Schweif des Kometen Thatcher

Der Schnuppenregen soll am ganzen Himmel zu sehen sein. Ein möglichst dunkler Ort jenseits von Großstadtlichtern verspricht beste Beobachtungsbedingungen.

Sternschnuppen sind Meteoriten, also kleine Gesteinsbröckchen, die beim Eindringen in die Erdatmosphäre verglühen. Die Lyriden stammen vom Schweif des Kometen Thatcher. Namensgebend ist das Sternbild Leier, von dem die Schnuppen auszuströmen scheinen. Bereits vor mehr als 2000 Jahren haben chinesische Naturkundler von den Sternschnuppen im April berichtet.

Im Vergleich zu anderen Sternschnuppenschauern sind die Lyriden eher ein dünner Schauer. Die Quadrantiden im Januar, die Perseiden im August und die Geminiden im Dezember erzeugen oftmals 120 Sternschnuppen pro Stunde. Um seinen Herzenswunsch loszuwerden, benötigt man jedoch nur eine Schnuppe - man muss aber an die Wirkung glauben.

boj/dpa
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