Mars-Mission Esa vermutet "Beagle 2" in einem Krater

Die Marssonde "Beagle 2" bleibt stumm. Fotos des Landegebiets zeigen: Das Wetter zum Zeitpunkt der Landung war bestens, doch ein ein Kilometer großer Krater könnte zur Falle für das Hightech-Gerät geworden sein.


Mars-Region Isidis Planitia: Die Ellipse zeigt den prognostizierten Landebereich von "Beagle 2"
MSSS

Mars-Region Isidis Planitia: Die Ellipse zeigt den prognostizierten Landebereich von "Beagle 2"

Die europäische Raumfahrtagentur Esa rätselt weiter über das Schicksal ihres Mars-Landers "Beagle 2". Nach einer neuen Hypothese ist die Sonde in einen Krater gestürzt und sendet deshalb keine Signale aus. Hinweise darauf liefern Fotos des Beagle-Landegebiets, die die Sonde "Mars Global Surveyor" etwa 20 Minuten nach der geplanten Landung geschossen hat. Demnach herrschte zum Zeitpunkt der Landung auf dem Mars gutes Wetter; keiner der gefürchteten Sandstürme war auszumachen.

Die Fotos zeigen allerdings einen etwa ein Kilometer großen Krater im vorausberechneten Landegebiet. Sollte das autoreifengroße Gerät tatsächlich in den Krater gestürzt sein, so "wäre das eine unglaublich unglückliche Situation", sagte der wissenschaftliche Projektleiter Colin Pillinger.

Krater im Landebereich: "Eine unglaublich unglückliche Situation"
MSSS

Krater im Landebereich: "Eine unglaublich unglückliche Situation"

Der Chef der Mission, Mark Sims, wies darauf hin, dass es auch Probleme mit der Uhr des Landegeräts geben könne. Die Uhr sagt dem Gerät, wann es funken soll. Schäden an der Hardware der Uhr schloss Sims aus, denkbar seien aber Softwareprobleme. Das Team werde am Mittwoch versuchen, die Uhr von der Erde aus via Funksignal neu zu stellen.

Falls auch dieser Versuch scheitert, setzen die Wissenschaftler ihre Hoffnungen in das Mutterschiff "Mars Express". Es umkreist den Mars derzeit in fast 200.000 Kilometern Entfernung, soll sich dem Planeten aber bis zum 4. Januar auf rund 200 bis 250 Kilometer annähern. Von dieser Umlaufbahn aus bestehen den Experten zufolge gute Chancen, Kontakt zu "Beagle 2" aufzunehmen.

Laut programmierten Zeitplan funkt die Sonde bis Mittwoch noch drei Mal Richtung Erde. Danach wechselt "Beagle 2" in einen neuen Modus und versucht ab 5. Januar Kontakt zur europäischen Sonde "Mars Express" aufzunehmen.

Geplante Landung: Die Airbags lösen sich von der Sonde
REUTERS

Geplante Landung: Die Airbags lösen sich von der Sonde

Inzwischen beteiligen sich auch Forscher der Stanford-Universität in Kalifornien mit einer tellerförmigen Antenne von rund 45 Metern Durchmesser an der Suche nach dem verschollenen Lander. Die Leitung der europäischen Mars-Mission bat zudem Wissenschaftler der australischen Sydney University um Unterstützung. Das 67 Kilogramm schwere Landegerät "Beagle 2" hatte vor mehr als einer Woche planmäßig vom Mutterschiff abgekoppelt und sich in Richtung Mars bewegt. Es sollte vor vier Tagen auf dem Planeten auftreffen; ob die Landung gelang, ist bislang unklar.

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