"Perseverance" Marsmission der Nasa erfolgreich gestartet

Eine "Atlas V"-Rakete ist wie geplant vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartet. Mit an Bord ist der Nasa-Rover "Perseverance", der in sieben Monaten auf dem Mars landen soll.
Cape Canaveral: Der Raketenstart gelang pünktlich auf die Minute

Cape Canaveral: Der Raketenstart gelang pünktlich auf die Minute

Foto: Joe Skipper/ REUTERS

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat mit "Perseverance" den nächsten Rover zum Mars geschickt. Die Rakete vom Typ "Atlas V" ist wie geplant vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartet.

Das gut eine Tonne schwere Roboterauto an Bord soll den Roten Planeten im Februar erreichen und in einem ausgetrockneten See landen, der bisher noch nie vor Ort untersucht wurde. Zur Ausrüstung von "Perseverance" - auf Deutsch etwa "Durchhaltevermögen" - gehört auch ein kleiner Helikopter, der beweisen soll, dass Flüge auf dem Mars möglich sind. Es wäre der erste motorisierte Flug auf einem anderen Planeten.

Mini-Helikopter hat vier Versuche

"Perseverance" ist eine Art verbesserte Version des 2012 auf dem Mars gelandeten "Curiosity"-Rovers und der längste, schwerste und technisch ausgefeilteste Rover, den die US-Raumfahrtbehörde Nasa je zum Mars geschickt hat. An Bord hat er unter anderem sieben wissenschaftliche Instrumente, zwei Mikrofone, 23 Kameras, einen Laser und einen kleinen Hubschrauber.

Die vier aus Kohlefasern gefertigten Rotorblätter des 1,8 Kilogramm schwere Helikopters rotieren deutlich schneller als die von Hubschraubern auf der Erde - unter anderem, weil die Atmosphäre des Mars dünner ist. Bis zu vier Flugversuche könnte "Ingenuity" auf dem Roten Planeten starten. 

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Mars-Rover "Perseverance" gestartet

Foto: Cover-Images/ imago images

Unter den "Perseverance"-Geräten sind auch Thermosensoren des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien in Jena. Sie können berührungslos die Oberflächentemperatur messen. Neben viel Technik transportiert "Perseverance" auch drei fingernagelgroße Chips, auf denen die Namen von elf Millionen Menschen gespeichert sind. Die Nasa hatte zu der Aktion "Schick deinen Namen zum Mars" aufgerufen. 

Der rund 2,5 Milliarden Dollar (umgerechnet 2,1 Milliarden Euro) teure "Perseverance"-Rover soll auf dem Mars nach Spuren früheren mikrobiellen Lebens suchen sowie das Klima und die Geologie des Planeten erforschen und Proben von Steinen und Staub nehmen. Wissenschaftler erhoffen sich von der Mission unter anderem neue Erkenntnisse über die Entstehung des Universums.

"Perseverance" wäre bereits der fünfte Rover, den die Nasa zum Mars bringt - nach dem "Sojourner" 1997, den Zwillingsrobotern "Spirit" und "Opportunity" 2004 und dem einzigen noch aktiven Rover "Curiosity". Zudem schaffte es unter anderem 2018 der stationäre Nasa-Lander "InSight" zum Mars, außerdem kreisen mehrere Sonden um den Roten Planeten.

Derzeit stehen Erde und Mars günstig für Flüge zu unserem Nachbarplaneten. Die Nasa-Mission ist bereits die dritte innerhalb weniger Wochen. So hatten am 20. Juli die Vereinigten Arabischen Emirate als erste arabische Nation eine Raumsonde in Richtung Mars geschickt. Sie soll aber nicht auf dem Mars landen. Drei Tage später startete China ein Raumschiff Richtung Mars, das unter anderem ein Gefährt von der Größe eines Golfplatzfahrzeugs enthält. Beide Raumsonden sollen wie "Perseverance" im Februar an ihrem Ziel ankommen.

Nur rund 40 Prozent aller bisher weltweit gestarteten Marsmissionen waren erfolgreich. 2016 war die Sonde "Schiaparelli" der europäischen Raumfahrtagentur Esa infolge eines Computerfehlers beim Landeanflug abgestürzt.

Die USA planen, von 2024 an auf dem Mond einen Außenposten für eine Marsmission aufzubauen, die vielleicht schon zehn Jahre später starten könnte. Nasa-Chef Jim Bridenstine zufolge zielt die "Perseverance"-Mission deshalb auch darauf ab, "dass eines Tages Menschen nicht nur auf dem Mond leben und arbeiten, sondern auch auf einem anderen Planeten".

koe/dpa/Reuters