Mars-Rover "Curiosity" auf Zickzackkurs

Kleiner Rover, lange Tour: Eine dunkle Linie bezeugt die bisherige Strecke von "Curiosity". Das Marsfahrzeug stellte gerade einen persönlichen Rekord auf - bis er einige andere Mars-Höchstleistungen übertrifft, hat er jedoch noch viel vor sich.

REUTERS/ NASA/ JPL-Caltech/ Univ. of Arizona

Auch wenn der Mars-Rover "Curiosity" einsatzbedingt weit entfernt von der Erde unterwegs ist, haben die Nasa-Mitarbeiter das Fahrzeug doch gut im Blick. Ein jetzt veröffentlichtes Bild zeigt die Spur, die "Curiosity" im Marssand hinterlassen hat. Aufgenommen hat es der "Mars Reconnaissance Orbiter", der in der Umlaufbahn des Roten Planeten kreist.

Die Landestelle von "Curiosity" ist als dunkler, zum Teil blau gefärbter Bereich in der linken Bildhälfte zu sehen. Als das Marsmobil dort am 6. August 2012 aufsetzte, wurde ein Teil des Sandes weggefegt. Der Weg des Rovers verlief von dort aus keineswegs in gerader Linie, zeigen die Spuren, die vom Landeort bis zu "Curiosity" reichen - dem kleinen, metallisch glänzenden Punkt.

Was das Foto aus dem Orbit nicht zeigt: Im Sand hinterlässt der Rover den Morse-Code für "JPL". Das ist die Abkürzung des Jet Propulsion Laboratory, von wo das Gefährt gesteuert wird. Auf Nahaufnahmen ist das aber zu erkennen (siehe Fotostrecke).

Am 21. Juli, so meldete die US-Weltraumbehörde, legte der Rover die bislang längste Tagesstrecke zurück: Genau 100 Meter und 30 Zentimeter waren es. Das sei mehr als doppelt so viel wie der bisherige Rekord. "Curiosity" habe die Tagesreise von einer Erhöhung aus gestartet, erzählt der an der Mission beteiligte Nasa-Mitarbeiter Paolo Bellutta.

Die Fotos von den Rover-Kameras hätten deshalb sehr gute Informationen über den Streckenabschnitt geliefert. Auf der Fahrtroute müssen schließlich riskante Hindernisse umfahren werden, damit das Fahrzeug keinen Schaden nimmt - oder sich irgendwo festfährt.

"Curiosity" hat noch deutlich mehr Strecke vor sich. Der Rover fährt zum Fuß des Aeolis Mons, eines Berges, den die Nasa entgegen der astronomischen Konventionen als Mount Sharp bezeichnet. Wie lange die Reise dauert, lässt sich nicht vorhersagen. Für die Tour hat die Nasa grob mehrere Monate eingeplant.

Ob der Rover dabei noch Distanz-Rekorde bricht, ist schwer absehbar. Zumindest hat er es durch seine erfolgreichen Vorgänger nicht einfach. Nasa-Rover "Opportunity" hat mehr als 37 Kilometer Strecke auf dem Mars gemacht. Und neuen Analysen zufolge ist er damit nur die Nummer zwei in der Hitliste der Fahrten auf fremden Himmelskörpern. Den Rekord hält demnach ein russisches Gefährt: "Lunochod 2" - frei übersetzt heißt das so viel wie "Mondgänger" - ist wohl in seiner aktiven Zeit auf dem Mond rund 42 Kilometer weit gefahren.

Ein damals beteiligter Geologe erinnerte sich unlängst daran. Er wollte immer, dass das Fahrzeug anhält, erzählte er "Nature". Doch die Chefs des russischen Raumfahrtsprogramm wären nicht auf seine Bitten eingegangen. "Es heißt Lunochod, nicht Lunostop", habe er sich anhören müssen.

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Fassung dieses Textes hieß es kurzzeitig, "Lunochod" sei auf dem Mars gefahren, nicht auf dem Mond. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

wbr



zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.