Marssonde "Phoenix" verschluckt sich an Marssand

Der Mars ist zu grobkörnig - jedenfalls für die Marssonde "Phoenix". Der Roboter hat Schwierigkeiten, die aufgesammelten Bodenproben in seinem Analyse-Ofen zu verstauen. Jetzt suchen die Nasa-Experten nach Lösungen.


Washington - Die erste Bodenprobe vom Mars bereitet den Wissenschaftlern der US-Raumfahrtbehörde Nasa Kopfzerbrechen. Die Handvoll Marsstaub, die der Roboterarm eingesammelt hatte, ist offensichtlich wegen der zu grobkörnigen Beschaffenheit der Materie nicht in den Analyse-Ofen gelangt. Wie die Nasa am Samstag (Ortszeit) auf ihrer Webseite mitteilte, konnte der Infrarot-Taststrahl nicht bestätigen, dass die Bodenprobe von der Marsoberfläche in das Analysegerät gelangt sei.

Eingesammelter Marssand: Zu grobkörnig für den Analyse-Ofen der Sonde
NASA

Eingesammelter Marssand: Zu grobkörnig für den Analyse-Ofen der Sonde

Der Einlassfilter in das Messinstrument lasse nur Partikel durch, die kleiner als einen Millimeter sind. Bilder zeigten, dass die Bodenprobe auf dem Filter liege, der den Einlass zu dem Miniaturofen schützt. Ingenieure und Wissenschaftler der "Phoenix"-Mission arbeiteten nun in der Universität von Arizona in Tucson an Problemlösungen, berichtete die Nasa weiter.

Es werde wohl einige Tage dauern, die Ursache für die Fehlfunktion zu ermitteln, sagte William Boynton von der Universität von Arizona am Samstag. Möglicherweise sei die Bodenprobe zu kompakt. Es könne auch sein, dass das Instrument, das die Erdpartikel weitertransportieren soll, nicht richtig funktioniere.

Selbst wenn sich der Analyse-Ofen als nicht einsatzfähig erweisen sollte, kann "Phoenix" seine Arbeit auf dem Mars aber fortsetzen, denn für die erforderlichen Untersuchungen stehen noch sieben weitere derartige Kammern zur Verfügung.

Die Forscher suchen insbesondere nach Spuren von Kohlenstoff, Wasserstoff und Stickstoff. Dafür hat die Marssonde einen Spezialofen an Bord, in dem Bodenproben erhitzt werden. Der Ofen ist Teil eines zentralen Instruments an Bord der Phoenix, das Proben auf organisches Material und damit auf Spuren von Leben auf dem roten Planeten untersucht.

Nach fast zehn Monaten und einer 680 Millionen Kilometer langen Reise war die Sonde Ende Mai in der Nordpol-Region des roten Planeten angekommen. Hauptaufgabe der Sonde, die auch eine Spezialkamera aus Deutschland an Bord hat, ist die Suche nach Wasser und nach Spuren des Lebens auf unserem Nachbarplaneten.

mik/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.