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"Maven" und "Mom" Zwei Sonden steuern den Mars an

Der Rote Planet bekommt Besuch: Im November sollen sich ein indischer und ein US-amerikanischer Orbiter auf den Weg zum Mars machen. Indien übt sich noch in der Raumfahrt, die Nasa will mit Hilfe von "Maven" die Atmosphärenschichten über dem Planeten analysieren.

Cape Canaveral - Zur kleinen Flotte von Fahrzeugen und Sonden, die den Mars studieren, sollen sich bald zwei weitere gesellen: Indien und die USA wollen im November jeweils einen Orbiter in Richtung des Roten Planeten schicken.

Die indische "Mars Orbiter Mission" ("Mom") , die auch als "Mangalyaan" bezeichnet wird, soll voraussichtlich am 5. November beginnen. Dann wird der Orbiter an Bord einer Trägerrakete vom Satish Dhawan Space Centre im indischen Sriharikota abheben. Im September 2014 soll die Sonde den Mars erreichen und dort in einen Orbit einschwenken. Die indische Weltraumagentur will im Rahmen der Mission diverse technische Manöver erproben. Doch auch Forschungsdaten soll die Sonde liefern, unter anderem soll sie die Oberfläche fotografieren und in der Atmosphäre nach Methan suchen.

Auf der Spur der verlorenen Luft

Der zweite Mars-Besucher wird ebenfalls die Atmosphäre analysieren. Die Nasa-Sonde "Maven"  ("Mars Atmosphere and Volatile Evolution") wird, wenn alles nach Plan verläuft, am 18. November von Cape Canaveral, Florida, aus starten. Eine Atlas-V-401-Rakete sorgt für den ersten Anschub. Den Mars soll die Sonde ebenfalls im September 2014 erreichen. Da "Maven" die obere Atmosphäre in verschiedenen Höhen untersuchen soll, wird sie ihre Flughöhe mehrmals verändern und sich der Marsoberfläche zum Teil auf rund 120 Kilometer annähern.

Im Laufe ihrer Mission soll die Sonde messen, in welchem Tempo die heute sehr dünne Marsatmosphäre weiter ausdünnt. Auf Basis dieser Informationen können Forscher sich ein besseres Bild davon machen, wie der Mars in der Vergangenheit seine Atmosphäre größtenteils verloren hat.

"Maven" konzentriere sich auf die Geschichte der Marsatmosphäre, die Veränderung des Klimas und wie sich das auf die Bewohnbarkeit des Planeten - zumindest für Mikroben - ausgewirkt habe, sagt der wissenschaftliche Leiter der Mission, Bruce Jakosky von der University of Colorado in Boulder. "'Maven' ist ein entscheidender Schritt, das Rätsel heutiger und vergangener Umweltbedingungen auf dem Mars zu lösen", meint Nasa-Mitarbeiter John Grunsfeld.

wbr/Reuters
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