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Feuerball über Ostküste Reggae-Meteor sorgt für Aufregung in USA

Die Himmelserscheinung war von Maine bis Florida zu sehen: Ein ungewöhnlich heller Meteor hat entlang der gesamten Ostküste der USA für Wirbel gesorgt. Binnen kurzem erhielt eine Fachorganisation Hunderte Meldungen, vor allem in den sozialen Netzen war die Aufregung groß.

New York/Washington - Experten nennen diese Art von Meteor Feuerball: Eine helle Himmelserscheinung hat am Freitagabend entlang der gesamten US-Ostküste für Aufregung gesorgt. Mehr als 500 Meldungen über den Meteor sind der American Meteor Society (AMS) zufolge allein bei der Fachorganisation eingegangen. Das Naturereignis verursachte vor allem in den sozialen Netzen große Resonanz.

Augenzeugen berichteten von einem mehrere Sekunden dauernden, außergewöhnlich hellem Lichtblitz am Nachthimmel - in den Reggae-Farben rot, gelb und grün. Die gemeinsame zentrale Stelle für Luftverteidigung und Frühwarnung der USA und Kanadas teilte mit, es habe sich keinesfalls um einen Satelliten oder gar ein Flugzeug gehandelt. Astronomen der Nasa, der AMS und lokalen Sternwarten schätzten die Größe des Meteoriten auf bis zu jener eines Volleyballs - also auf einen Durchmesser von etwa 20 Zentimetern.

Möglicherweise könnte es sich bei dem Meteor um einen sogenannten Boliden handeln. So werden besonders hell und lang leuchtende Meteore genannt, sie bestehen aus Metall und Stein. In den meisten Fällen erreichen Reste eines Boliden die Erdoberfläche - ob das auch bei den am Freitagabend über der US-Ostküste gesichteten Objekt der Fall ist, ist noch unklar.

"Ich hielt es für ein Feuerwerk"

Die meisten Sichtungen wurden von der Nordhälfte der US-Ostküste gemeldet; der Zeitung "USA Today" zufolge berichteten aber auch Einwohner des Bundesstaats Florida, den Meteor gesehen zu haben. Auch westwärts bis zum Bundesstaat Ohio war der Feuerball zu sehen. Dass so viele Menschen den Meteor sichteten, lag an dessen guten Timing: Zum einen war der Himmel über der Ostküste in der Nacht auf Samstag unbedeckt, zudem sind an einem Freitagabend mehr Menschen unterwegs als an anderen Wochentagen.

Einem Bericht der AMS zufolge  kommt es sehr selten vor, dass ein Bolide derart gut zu sehen ist - ein Mensch komme nur etwa ein- bis zweimal in seinem Leben in den Genuss. Zwar ereigneten sich solche Himmelserscheinungen durchaus öfter, jedoch eben auch bei bedecktem Himmel, am Tage oder über unbewohnten Gegenden.

In den sozialen Netzwerken tauschten sich Nutzer über die Sichtung aus - und zeigten sich auch besorgt: "Die Natur erinnert uns daran, dass wir gegenwärtig kein Asteroiden-Ablenksystem haben", schrieb ein Twitter-Nutzer. Erst im Februar waren bei einem Meteoritenhagel über Russland Hunderte Menschen verletzt worden. Und vor einigen Monaten war ein Bolide über Kalifornien mit einem lauten Knall niedergegangen, bis zu 200 Gramm schwere Bruchstücke waren damals gefunden worden.

Andere Twitter-Nutzer gaben angesichts der neuerlichen Himmelserscheinung einfach nur ihrer Bewunderung Ausdruck: "Ich habe einen echten Meteor am Himmel über Brooklyn gesehen", schrieb ein New Yorker, "zuerst hielt ich es für ein Feuerwerk."

fdi/dpa/AP