Mikrowellen-Strahlung Nasa will Mondstraßen backen

Wenn in 15 Jahren US-Astronauten den Mond bevölkern, werden sie mit aggressivem Staub zu kämpfen haben. Ein Nasa-Forscher will den Untergrund deshalb mit Mikrowellen zusammenbacken, sodass Mondmobile auf einer festen, staubfreien Fahrbahn rollen können.


Automobilisten fachsimpeln gern über Drehmomente und Kardanwellen - in ein paar Jahren vielleicht auch über Mikrowellen, zumindest wenn sie auf dem Mond herumkurven wollen. Die könnten ihnen nämlich das Fahren entscheidend erleichtern, glaubt Larry Taylor von der University of Tennessee. Der Nasa-Forscher will mit der Strahlung nämlich den gefährlichen Mondstaub bändigen.

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Nasa

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Der feine Staub, der den Mond in einer mehreren Meter dicken Schicht bedeckt, ist ein großes Problem für Besucher des Erdtrabanten: Er bleibt aufgrund elektrostatischer Aufladung nicht auf dem Boden liegen, sondern schwebt auch über der Oberfläche. Dadurch ist er praktisch überall und macht Dichtungen unbrauchbar, scheuert das Material von Weltraumanzügen durch oder legt sich auf Helmvisiere und Kameralinsen.

Auf der Suche nach einer Lösung für dieses Problem kam Taylor seine besondere Leidenschaft zu Hilfe: Der Planetenforscher steckt alles Mögliche in die Mikrowelle und schaut, was damit passiert. Als er eine kleine Probe Mondgestein, das die Apollo-Astronauten mitgebracht hatten, ebenfalls dieser Behandlung unterzog, entdeckte er, dass die staubige Probe binnen 30 Sekunden zu einem festen Block zusammenklumpte.

Der Grund dafür sei die Zusammensetzung des sogenannten Mondregoliths, erklärt Taylor: Die ständig auf der Oberfläche einschlagenden großen und kleinen Meteoriten zermahlen das Mondgestein zu Staub und erzeugen dabei eine so große Hitze, dass sich auch glasartige Strukturen bilden. Diese sind teilweise mit winzigen Körnchen aus metallischem Eisen durchsetzt - und genau die konzentrieren die auftreffende Mikrowellenenergie extrem effizient. Aus diesem Grund genüge schon eine kurze Zeit bei geringer Leistung, um die Staubkörnchen zusammenzubacken, so Taylor. Er hatte seine Mikrowelle auf 250 Watt eingestellt.

Ideen, wie dieses Prinzip von zukünftigen Bewohnern einer Mondbasis genutzt werden könnte, hat der Forscher auch schon: Neben den mit Mikrowellengeneratoren ausgestatten Fahrzeugen schweben ihm auch kleine, eigenständige Roboter vor, die wie ein Rasenmäher über die Hänge von Bergen und Kratern fahren und diese in feste, glatte Glasflächen verwandeln. Solche Flächen könnten dann als Landeplätze für Raketen oder Bauplätze für Unterkünfte dienen.

Selbst das Baumaterial für diese Behausungen könnte mit der Technik erzeugt werden. Ob die Mikrowellen jedoch in der luftleeren Umgebung überhaupt die gleiche Wirkung haben wie auf der Erde, kann der Wissenschaftler noch nicht sagen.



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