Milchstraße Schwarm Schwarzer Löcher entdeckt

Das gigantische Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße ist wahrscheinlich von Tausenden kleinerer Schwarzer Löcher umgeben. Darauf deuten Beobachtungen des Chandra-Röntgenteleskops der Nasa hin, die bestehende Theorien bestätigen.

10.000 oder mehr Schwarze Löcher und Neutronensterne glauben Astronomen im Zentrum der Milchstraße entdeckt zu haben. Das zentrale Schwarze Loch im Sternbild des Schützen (Sagittarius) dürfte demzufolge von einem großen Schwarm kleinerer Verwandter umgeben sein. Diese extreme Dichte solcher Objekte war in theoretischen Berechnungen bereits vorhergesagt worden. Daten des Nasa-Röntgenteleskops Chandra hätten diese Vorhersage nun bestätigt, sagte Michael Muno von der University of California in Los Angeles auf einer Konferenz der American Astronomical Society in San Diego. Bereits im November hatten Astronomen über die Entdeckung eines zweiten Schwarzen Lochs im Zentrum unserer Galaxie berichtet.

Das Team von Muno suchte unter den Röntgensignalen, die von der Umgebung des zentralen Schwarzen Lochs Sagittarius A ausgehen, nach starken Strahlungsquellen, die zusätzlich große Schwankungen im Strahlungsausstoß zeigten. Solche Eigenschaften sind typisch für Schwarze Löcher oder Neutronensterne in Doppelsternsystemen, die Materie von ihren Begleitsternen zu sich heranziehen.

Innerhalb eines Radius von nur drei Lichtjahren um Sagittarius A fanden die Forscher gleich vier Röntgenquellen mit diesen Eigenschaften. Da die Wahrscheinlichkeit, ein solches Doppelsternsystem zu entdeckten, äußerst gering ist, schließen Muno und seine Kollegen aus dem Vierfachfund, dass es eine große Anzahl Schwarzer Löcher im Zentrum der Milchstraße geben muss.

Die hohe Dichte an Schwarzen Löchern rund um Sagittarius A ist wahrscheinlich durch sogenannte dynamische Reibung entstanden: Objekte mit einer großen Masse wie beispielsweise Schwarze Löcher ziehen auf ihrer Umlaufbahn um ein Galaxienzentrum die sie umgebenden Sterne an und werden im Gegenzug von diesen angezogen. Da die Gravitation der Sterne kleiner ist als die der Schwarzen Löcher, sinken die massiveren Objekte immer weiter nach innen, während sich die leichteren nach außen bewegen.

Der Schwarm Schwarzer Löcher sorgt wahrscheinlich auch für das Wachstum von Sagittarius A. Das supermassive Schwarze Loch, das eine geschätzte Masse von 3,7 Millionen Sonnen hat, verschluckt nach und nach seine kleineren Verwandten - mit einer Geschwindigkeit von etwa einem Schwarzen Loch in einer Million Jahre.

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