Merkur passiert Sonne Mini-Sonnenfinsternis über Ostdeutschland

Das Spektakel ließ sich mit dem Teleskop beobachten: Am Montag hat sich der Merkur zwischen Erde und Sonne geschoben und verdeckte einen Teil der Strahlen - das letzte Mal für 13 Jahre.

Mini-Sonnenfinsternis: Der nächste Merkurtransit kommt erst 2032
Bill Ingalls/NASA/AP/dpa

Mini-Sonnenfinsternis: Der nächste Merkurtransit kommt erst 2032


Am Montag haben Himmelsgucker in Deutschland das seltene Schauspiel eines Merkurtransits vor der Sonne beobachtet. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienst (DWD) war die Mini-Sonnenfinsternis allerdings vielerorts wegen Wolken und Hochnebel nicht zu sehen. Vor allem in Ostdeutschland bestand aber die Möglichkeit, Merkur bei seinem Transit zu beobachten.

In Sachsen und Brandenburg seien die Chancen gut gewesen und auch in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Vorpommern habe man zumindest zum späteren Nachmittag hin noch die Möglichkeit gehabt. Zum Beobachten brauchte man ein Teleskop mit Sonnenfilter oder ein gutes Fernglas mit entsprechendem Aufsatz.

Bei einem Merkurtransit zieht der innerste und kleinste Planet unseres Sonnensystems zwischen Erde und Sonne hindurch und wird dabei durch ein Teleskop als kleiner Punkt vor der Sonnenscheibe sichtbar. Sonne, Merkur und Erde stehen dann etwa auf einer Linie. Merkur ist der sonnennächste Planet. Sein Umfang liegt bei gut 15.000 Kilometern - bei der Erde sind es rund 40.000 Kilometer.

Höhepunkt des laufenden Astronomie-Jahres

Ein Merkurtransit ist selten, weil Erde und Merkur in unterschiedlichem Geschwindigkeiten um die Sonne kreisen und die Ebenen ihrer Umlaufbahnen zudem um mehrere Grad voneinander abweichen. Zum Vergleich: Merkur braucht 88 Tage für einen Umlauf um die Sonne, die Erde gut 365. Den letzten Merkurtransit gab es im Mai 2016. Der nächste wird erst 2032 stattfinden.

Das aktuelle Ereignis galt daher als Höhepunkt des Astronomie-Jahres 2019. Vielerorts trafen sich Himmelsgucker. Auch Sternwarten öffneten teils oder boten Livestreams an. In Deutschland war allerdings nur etwa die Hälfte des Merkurtransits zu sehen, weil es dann dunkel wurde.

Um 13.35 Uhr stieß der kleine Planet an den Sonnenrand und wanderte als schwarzer Punkt fast exakt über die Mitte der Sonne. Die Zeitspanne für Beobachtungen endete mit Sonnenuntergang, der in Deutschland je nach Region derzeit zwischen etwa 16.00 und 17.00 Uhr erfolgt.

Niemals direkt in die Sonne gucken

Beobachtet werden kann ein Merkurtransit nur mit einem Teleskop mit zusätzlicher Spezialausrüstung oder über eine Projektionsfläche. Experten warnten zuvor vehement davor, ungeschützt in die gleißende Sonne zu blicken. Es besteht Erblindungsgefahr. Mit bloßem Auge wäre der Planet vor der Sonne ohnehin nicht zu sehen.

Nicht nur mit Blick auf den Merkur sind Mini-Sonnenfinsternisse selten. Von der Erde aus betrachtet können von allen Planeten im Sonnensystem lediglich Merkur und Venus vor der Sonne durchziehen. Ihre Umlaufbahnen liegen näher zur Sonne. Alle anderen Planeten umkreisen die Sonne in größerer Entfernung als die Erde und ziehen deshalb niemals zwischen dieser und der Zentralgestirn vorbei.

jme/dpa/AFP



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