Mission "Kaguya" Japan startet Sonde zum Mond

Der Mond ist in den kommenden Jahren das Ziel einer ganzen Reihe von Raumsonden. Japan startet sein Raumschiff "Kaguya" in dieser Woche. Die USA, Russland, China und Indien wollen ebenfalls den Erdtrabanten erforschen - auch als Vorbereitung für bemannte Missionen.

Tokio - Der Mond erlebt ein Revival. Nach den "Apollo"-Missionen der Amerikaner interessierte der Erdtrabant die Wissenschaftler nicht mehr so sehr. Neue Missionen galten stattdessen anderen Planeten und ihren Monden. Doch nun ändert sich die Lage. Angesichts der kolportierten Raumfahrt-Pläne mehrerer Länder bahnt sich ein regelrechter Wettflug zum Erdtrabanten an. Selbst Deutschland hat sich nach langem Zögern zu einer Mondmission durchgerungen. Das Ziel: der Mond und weit darüber hinaus - der Mars.

Diese Woche startet in Japan der Countdown für die erste Mondmission in der Geschichte des Landes. Eine 350 Millionen Euro teure Raumsonde soll sich in der Nacht von Donnerstag auf Freitag mitteleuropäischer Zeit auf den Weg ins All machen. Nach Angaben der japanischen Raumfahrtagentur Jaxa ist die Mission die aufwendigste seit dem Ende des "Apollo"-Programms der USA. Außerdem sei sie der erste Schritt für Japans Ziel, 2025 eine bemannte Raumstation auf dem Mond zu errichten.

Offiziell heißt die Raumsonde "Selene". Die Japaner gaben ihr aber den Spitznamen "Kaguya" - in Anlehnung an den Namen einer japanischen Märchenprinzessin. Die Raumsonde beginnt ihre Reise an Bord einer mächtigen Trägerrakete. 45 Minuten nach dem Start am Freitagmorgen soll sie sich von der Rakete lösen, zwei Mal die Erde umrunden und anschließend 380.000 Kilometer bis zum Mond zurücklegen.

Ein Jahr lang soll sie dann in einer Höhe von 100 Kilometern über dem Erdtrabanten kreisen und dessen Oberfläche untersuchen. Mit dabei: eine hochauflösende Fernsehkamera, um unter anderem zu filmen, wie die Erde über dem Mond aufgeht.

Das Gelingen der Mission ist für die japanische Raumfahrt von enormer Bedeutung. In den vergangenen Jahren musste das Weltraumprogramm des Landes zahlreiche Rückschläge einstecken. Zuletzt war 2003 eine Rakete von ihrem Kurs abgekommen und musste deshalb wenige Minuten nach dem Start zerstört werden.

Ein erneutes Scheitern könnte nach Einschätzung von Experten das komplette Ende japanischer Weltraumambitionen für eine sehr lange Zeit bedeuten. Für Japan ist das "Kaguya"-Projekt auch deshalb wichtig, um sich in der Raumfahrt einen Vorsprung vor China und Indien zu verschaffen. Diese Staaten planen für die nächsten Monate ebenfalls eigene Missionen zum Mond. Im Jahr 2012 will China sogar einen Rover zum Erdbegleiter schicken, der den US-Gefährten frappierend ähnelt, die derzeit noch auf dem Mars aktiv sind.

khü/Reuters

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