Satellitenbild der Woche Land unter am Mississippi

Am Mississippi herrscht Hochwasser. Satellitenbilder zeigen die Situation im Vergleich zu 2018 - und machen so das Ausmaß der Überschwemmung deutlich.


Der Mississippi ist nicht mehr der ruhige beschauliche Fluss, den der Schriftsteller Mark Twain einst in seinen Werken beschrieb. Jedenfalls nicht diesen Monat.

Denn seit einigen Wochen machen Überschwemmungen der Region zu schaffen. Anfang Mai berichtete die Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten (NOAA) von mehr als 300 Messstationen, die Fluten gemeldet hatten - die meisten davon im Einzugsgebiet des Mississippi River. Schwere Regenfälle und teils auch Schnee im April und Anfang Mai hatten die Überschwemmungen ausgelöst. Die Böden waren gesättigt, die Wassermassen konnten kaum abfließen.

Etliche Bundesstaaten waren betroffen, besonders aber Regionen in Iowa, Illinois und Missouri. Das Bild zeigt das Gebiet nördlich des Ballungszentrums St. Louis. In der Großstadt stieg das Wasser auf mehr als zwölf Meter über Normalstand - kein Rekord, aber eine beachtliche Höhe.

Mississippi-Flut 2019

Die beiden Bilder, die das Nasa Earth Observatory veröffentlicht hat, vergleichen den Wasserstand vom 7. Mai mit der Situation vor etwa einem Jahr (5. Juni 2018). Deutlich sind die Unterschiede zu erkennen. Der westlich gelegene und stärker überflutete Flusslauf ist der Mississippi, der nördlich gelegene Zufluss ist der Illinois River.

Überschwemmungen gab es häufig am Mississippi. Aber in diesem Frühjahr waren es die schlimmsten seit 25 Jahren, heißt es in einem Artikel von "Scientific American". Immerhin hatten Klimatologen und Wetterexperten damit gerechnet. In einer hydrologischen Bewertung, die im März von der NOAA veröffentlicht wurde, stellten die Prognostiker fest: "Das Potenzial für schwerwiegende Überschwemmungen aufgrund von überdurchschnittlichen Niederschlägen, Schneeschmelze, gesättigten und gefrorenen Böden ist im Vergleich zum historischen Durchschnitt am Upper Mississippi River und am Red River hoch."

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31  Bilder
Satellitenbild der Woche: Schnappschüsse aus dem All

Die beiden Bilder gelangen dem Nasa-Satelliten "Landsat 8". Es handelt sich um ein Falschfarbenbild. Dabei werden teils für unser Auge nicht wahrnehmbare Farben aus dem Infrarotbereich durch andere, sichtbare ersetzt. Geoforscher können in solchen Darstellungen gewünschte Bereiche besser erkennen. In diesem Fall ging es der Nasa um Wasser, das sich außerhalb des Flussufers auf den Auen befindet und das sie durch das Falschfarbenbild besser unterscheiden können.

Im Video: Stauwehrbruch am Mississippi

Kamera One

Auch in den kommenden Tagen bleibt das Hochwasser wohl bedrohlich, erwarten Experten. Das Problem könnte sich aber verlagern. In den nächsten Wochen werden die Fluten den Fluss hinunter Richtung Süden wandern und sich in den Golf von Mexiko ergießen. Es dauert also noch ein wenig, bis der Fluss dem Old Man River wieder ein wenig näher kommt.

joe

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