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10. August 2014, 16:21 Uhr

Himmelsspektakel

Deutschland sucht den Supermond

Er wächst und wächst, zumindest hat es den Anschein: In der Nacht zu Montag steht ein ungewöhnlich großer Mond über Deutschland. Das Phänomen tritt innerhalb weniger Wochen gleich dreimal auf - doch Wolken könnten die Sicht verderben.

Hell und groß stand der Mond in der Nacht zum Sonntag am Himmel. Und er wird noch größer: In der kommenden Nacht erreicht der Erdtrabant das sogenannte Perigäum - die größte Annäherung an die Erde. Fällt dies mit einer Vollmondphase zusammen, ist auch vom "Supermond" die Rede: Die weiße Kugel erscheint bis zu 14 Prozent größer und 30 Prozent heller als sonst. Kein Wunder, denn bei einem Perigäum steht der Mond der Erde um 50.000 Kilometer näher als bei einem Apogäum, der größten Entfernung zur Erde.

Zwar ist der Supermond an sich keine seltene Erscheinung; er tritt im Schnitt alle 13 Monate auf. Allerdings gibt es derzeit eine bemerkenswerte Häufung: Der Supermond ist bereits der dritte in diesem Sommer. Den ersten gab es am 12. Juli, der nächste kommt am 9. September. Ein solches Trio wird erst im Jahr 2034 wieder auftreten.

Wolken blockieren die Sicht

Zudem ist der jetzige Supermond besonders groß, da er genau in der Stunde des Perigäums zum Vollmond wird. Er wird dabei der Erde so nahe kommen wie seit 20 Jahren nicht mehr. Der Abstand zwischen beiden Himmelskörpern schwankt, weil der Mond die Erde nicht auf einer kreisrunden, sondern auf einer leicht elliptischen Bahn umkreist. Im Perigäum ist er rund 356.000 Kilometer, im Apogäum 406.000 Kilometer entfernt.

Allerdings wird der Supermond zumindest in Deutschland wohl nur schwierig zu beobachten sein, denn in der Nacht zum Montag wird der Durchzug eines ausgedehnten Wolkengebiets mit teils heftigen Regenfällen erwartet. Voraussichtlich erst ab Mitternacht wird der Himmel von Westen her wieder aufklaren. Wer deshalb keinen Blick auf den Supermond erhaschen sollte, kann immer noch auf bessere Sicht am 9. September hoffen.

Astronomiefans dürften dem außergewöhnlich hellen Vollmond ohnehin mit gemischten Gefühlen entgegensehen, denn er wird ein anderes Himmelsspektakel stören: die Perseiden-Sternschnuppen. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wird das Schauspiel seinen Höhepunkt erreichen. Unter Idealbedingungen kann man zwei Dutzend Perseiden-Meteoren pro Stunde sehen. Doch daraus wird in diesem Jahr wohl nichts: Da der Mond dann immer noch sehr hell am Himmel steht, wird er viele der Meteore überstrahlen.

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