Himmelsschauspiel Vollmond mit Grauschleier

Mondaufgang: "Etwas für Kenner und Genießer"
Foto: Orlin Wagner/ AP/dpaEs ist keine optische Täuschung, und auch eine ungeputzte Brille ist nicht schuld, wenn der Mond in der Nacht zum Samstag einen Grauschleier bekommt. Der Trabant fällt in eine Halbschattenfinsternis. Die Erde schiebt sich vor die Sonne und verdunkelt den Mond.
Bei einer Halbschattenfinsternis wird der Mond nicht vom Kernschatten der Erde verdunkelt, sondern nur vom Halbschatten, der den Kernschatten umgibt. Das heißt, der Mond steht nicht direkt hinter der Erde, so dass Sonnenstrahlen ihn noch streifen.
Das Phänomen wird auch "grauer Mond" genannt. Für Laien werde das Schauspiel, das gegen Mitternacht beginnt, schwer zu erkennen sein, sagte Uwe Walther von der Volkssternwarte Kirchheim in Thüringen. "Es ist etwas für Kenner und naturverbundene Genießer."
Bester Blick im Osten
In der Nacht zum Samstag wird sich der Schleier vor den Vollmond schieben. In vielen Teilen Deutschlands werden aber wohl Wolken die Sicht auf das Himmelsschauspiel versperren. Am ehesten noch gebe es im Osten eine Chance auf freien Blick zum Mond, sagt der Meteorologe Thomas Ruppert vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Im Süden und Westen werde es eventuell Wolkenlücken geben - wo genau, sei kaum vorhersehbar.
Der Höhepunkt der Halbschattenfinsternis werde um 01.50 Uhr am Samstagmorgen erreicht sein. Dann werde die Mondscheibe zu rund drei Vierteln von dem Grauschleier bedeckt sein. Danach zieht sich der schwache Schatten wieder zurück.
Wie bei allen Mondfinsternissen stehen Vollmond, Erde und Sonne im Weltraum etwa in einer Linie. Der Schatten der Erde trifft den Mond und verdunkelt ihn, im Fall der Halbschattenfinsternis aber fast unmerklich.
Zum letzten Mal trat eine Halbschatten-Mondfinsternis am 28. November 2012 auf. Damals versperrten dichte Wolken die Sicht. Eine partielle Mondfinsternis, bei der ein Teil des Mondes in den Kernschatten der Erde tritt, gab es am 25. April dieses Jahres. Die nächste totale Mondfinsternis über Mitteleuropa ist erst am 28. September 2015 zu sehen - wenn das Wetter mitspielt.