US-Raumfahrt Trump will binnen fünf Jahren auf den Mond

Die US-Regierung drängt die Nasa zur Eile: Binnen fünf Jahren sollen Amerikaner wieder auf den Mond - damit ihnen China nicht zuvorkommt. Sicherheit scheint zweitrangig.

Mond (Symbolbild)
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Mond (Symbolbild)


Innerhalb der kommenden fünf Jahre will die US-Regierung wieder Astronauten auf den Mond bringen. Vizepräsident Mike Pence kündigte an, dass laut Anordnung des Präsidenten Donald Trump die erste Frau und der nächste Mann auf dem Mond Astronauten aus den USA sein sollen.

Die nächsten Menschen auf dem Mond würden mit US-Raketen von den USA aus zum Erdtrabanten starten, sagte Pence. Zuletzt waren im Jahr 1972 Menschen auf dem Mond gelandet. Die nächste bemannte Mission war ursprünglich für das Jahr 2028 geplant. Die Entwicklung der neuen Trägerrakete SLS hatte sich aber verzögert, der erste Testflug wurde auf das Jahr 2021 verschoben.

Pence warf in seiner Rede im US-Bundesstaat Alabama der US-Raumfahrtbehörde Nasa "bürokratische Schwerfälligkeit" vor. Eine "Paralyse durch Analyse" habe zu Verzögerungen bei der SLS-Rakete geführt, sagte er und forderte eine "neue Mentalität" bei der Raumfahrtbehörde.

Erste Mondlandung der Apollo 11 im Jahr 1969
DPA

Erste Mondlandung der Apollo 11 im Jahr 1969

Pence mahnt zur Eile

Andernfalls drohte Pence, für die nächste Mondmission auf private Raumfahrtunternehmen zurückzugreifen: "Wenn kommerzielle Raketen der einzige Weg sind, amerikanische Astronauten in den nächsten fünf Jahren zum Mond zu bringen, dann werden es kommerzielle Raketen sein."

Pence mahnte zur Eile. Ein Scheitern des Fünfjahresziels sei "keine Option". Er verwies dabei auf die Konkurrenz Chinas in der Raumfahrt und die Landung eines chinesischen Roboters auf der Rückseite des Monds. Wie während der Sechzigerjahre befänden sich die Vereinigten Staaten in einem "Wettlauf", nur dass heute die "Herausforderungen größer" seien.

Washington hatte sein Space-Shuttle-Programm im Jahr 2011 eingestellt. Zur Internationalen Weltraumstation ISS können US-Astronauten seitdem nur noch mit russischen Sojus-Raketen gelangen. Der Vertrag mit Russland läuft im November 2019 aus.

kry/AFP



insgesamt 67 Beiträge
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Ökofred 27.03.2019
1. Ist ja wieder echter Expertentalk....
Na, da wollen wir hoffen, dass sich die physikalischen Gesetzte und technische Realisierbarkeit der neuen amerikanischen Dominanz unterwerfen. Erst diese Hybris im Shuttle Programm hat ja das amerikanische Weltraumprogramm so nachhaltig beschädigt. Aber vlt hat Trump selber ja Bock auf einen kleinen Probeflug zum Mond.....
briefzentrum 27.03.2019
2. Trump auf den Mond schießen - Super Idee:-)
Endlich mal eine brauchbare und konstruktive Idee von Trump. Am besten nimmt er Mike Pence und Elon Musk auch gleich mit, damit die Kapsel auch voll wird. Pence kann dann regelmäßig für die drei beten. Musk kann endlich den ganzen Tag kiffen und die Jungs in seinem Modell 3 (E-Motor braucht keinen Sauerstoff!) auf dem Mond herumkutschieren und Trump kann im Mare Imbrium den ersten Golfplatz anlegen. O beautiful, for patriot dream. That Sees beyond the Years. America! America! God shed His Grace on thee, and Crown thy good with brotherhood, from Sea to shining Moon. Bon Voyage.
wassolldasdenn52 27.03.2019
3. Eile zur bemannten Mondlandung!
Trump halt! Ein Prestigeprojekt, mit dem er mutmasslich Kennedy in den Schatten stellen möchte, um doch noch positiv in Geschichtsbüchern zu erscheinen. Gibt es Probleme, hat er auch da den Menschen (Astronauten) zu viel zugemutet.
heissSPOrN 27.03.2019
4. Schade...
Bei der Überschrift hatte ich schon Hoffnung, er wolle höchstselbst... aber es soll leider nur ein irgend ein Landsmann Trumps hin.
Rassek 27.03.2019
5. Yeah..do it
Er darf gern da bleiben. Nur: Wer wertet dann unsere Politiker ungewollt und teils unverdient auf, wenn der Bad Boy nicht mehr da ist ?? Egal, hauptsache nicht auf den Mars: Denn Mars bringt verbrauchte Energie sofort zurück.
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