Mond-Meteorit Bisher unbekanntes Mineral entdeckt

Wissenschaftler haben ein Mineral entdeckt, das von Natur aus nicht auf der Erde vorkommt. Das so genannte Hapkeit, eine Verbindung aus Eisen und Silizium, gelangte auf einem Meteoriten vom Mond zur Erde.


Falschfarben-Aufnahme der Mondoberfläche: Meteorit brachte neues Mineral auf die Erde
NASA

Falschfarben-Aufnahme der Mondoberfläche: Meteorit brachte neues Mineral auf die Erde

Der US-Geologe Bruce Hapke sagte den Effekt schon vor 30 Jahren voraus: Winzige Partikel schlagen mit derart hoher Geschwindigkeit auf dem Mond ein, dass das Gestein nicht nur zermahlen wird, sondern verdampft - und dass dabei neue Mineralien entstehen können. Jetzt gelang anderen Wissenschaftlern der Beweis der Theorie: Im Meteoriten "Dhofar 280", der vor vier Jahren im Oman gefunden worden war, entdeckten Mahes Anand von der University of Tennessee und seine Kollegen mehrere Körner einer Eisen-Silizium-Verbindung, die sie Hapkeit nannten. Eisen und Silizium sind darin im Verhältnis zwei zu eins vermischt.

Wie die Forscher im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" (Bd. 101/18, S. 6847) schreiben, beweist ihr Fund, dass "Weltraum-Wetter" Materialien hervorbringen kann, die normalerweise nicht auf der Erde vorkommen. Demnach liegen Himmelskörper ohne Atmosphäre wie der Mond oder der Merkur unter einem Dauerbeschuss kleinster Meteoriten. Die zehn bis 150 Mikrometer kleinen Bröckchen schlagen mit bis zu 100.000 Kilometern pro Stunde auf und pulverisieren allmählich das Gestein an der Oberfläche - es entsteht der so genannte Regolith.

Röntgenaufnahme von Hapkeit mit Verteilung von Eisen und Silizium: 30 Jahre alte Vorhersage bestätigt
PNAS

Röntgenaufnahme von Hapkeit mit Verteilung von Eisen und Silizium: 30 Jahre alte Vorhersage bestätigt

Einige der Mini-Projektile setzen dabei eine so große Energie frei, dass Gesteine und Metalle schmelzen oder verdampfen und sich dann als kleine Kügelchen in einer glasartigen Schicht auf Felsbrocken ablagern. Bisher konnten Forscher nur Kügelchen aus Eisen finden, nie zuvor aber aus Eisen-Silizium-Verbindungen.

Für die aktuelle Weltraumforschung haben die glasigen Beläge einen praktischen Nachteil, wie Anand und seine Kollegen schreiben: Sie können das Lichtspektrum ferner Himmelskörper verfälschen und damit die Hauptvoraussetzung für die Erkundung der chemischen Zusammensetzung zunichte machen.



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