Himmelsereignis über Deutschland Verpassen Sie nicht die letzte Mondfinsternis bis 2022

Am 16. Juli schiebt sich der Mond teilweise in den Kernschatten der Erde. Knapp drei Jahre lang wird es das Schauspiel einer partiellen Finsternis in Deutschland danach nicht mehr geben.

Partielle Mondfinsternis über München (2017): Der Mond verdunkelt sich teilweise.
Sven Hoppe/dpa

Partielle Mondfinsternis über München (2017): Der Mond verdunkelt sich teilweise.


Rost-rot wird sich der Mond am Himmel färben: Von Deutschland aus kann man am kommenden Dienstag (16. Juli) eine partielle Finsternis des Erdtrabanten beobachten. Zumindest dann, wenn das Wetter mitspielt. "Beim Maximum gegen 23.30 Uhr werden knapp zwei Drittel des Monds vom rötlichen Erdschatten bedeckt sein", berichtet die Vereinigung der Sternenfreunde im hessischen Heppenheim.

Eine Mondfinsternis kann es nur bei Vollmond geben, wenn Mond, Erde und Sonne auf einer Linie stehen. "Die von der Sonne angestrahlte Erde wirft wie ein Sonnenschirm einen Schatten in den Weltraum", erklärt die Vereinigung der Sternenfreunde. Wenn der Mond dann durch diesen Schatten laufe, sehe man eine Mondfinsternis.

Dabei gibt es einen Halb- und einen Kernschatten. Wenn der Erdtrabant im vollen Umfang im Kernschatten steht, spricht man von einer totalen Mondfinsternis. Das ist am 16. Juli aber nicht der Fall. Der Mond wird nur zu rund 65 Prozent in den Kernschatten eintauchen (wie genau das aussieht, zeigt das Video zu einer partiellen Mondfinsternis aus dem Jahr 2017).

Die Mondfinsternis am kommenden Dienstag beginnt gegen 20.40 Uhr, wenn der Mond in den Halbschatten der Erde eintritt. Gegen 22 Uhr erreicht er den Kernschatten. Das Maximum der Finsternis wird gegen 23.30 Uhr zu sehen sein. Am Mittwochmorgen um 1 Uhr verlässt der Mond den Kernschatten wieder, um 2.20 Uhr ist das Spektakel endgültig vorbei.

Nach der partiellen Mondfinsternis am 16. Juli braucht man erst einmal Geduld. "Dies ist die letzte von Mitteleuropa aus gut sichtbare Mondfinsternis bis zum 16. Mai 2022", schreiben die Sternenfreunde.

Das letzte große Mondereignis fand vor einem Jahr statt. Im Juli 2018 gab es eine totale, extralange Mondfinsternis über Europa. Gleichzeitig war der Mars am Himmel zu sehen. Das Spektakel zog zahlreiche Schaulustige an.

Der Mond ist rund 380.000 Kilometer von der Erde entfernt. Sein Durchmesser beträgt etwa 3470 Kilometer - gut ein Viertel der Erde. In wenigen Tagen jährt sich die erste bemannte Mission zum Mond zum 50. Mal. Am 20. Juli 1969 betraten Neil Armstrong und Buzz Aldrin den Erdtrabanten als erste Menschen überhaupt. (Die aktuelle Berichterstattung zum Thema finden Sie hier.)

jme/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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rotella 11.07.2019
1. Die letzte totale MF
Die letzte "große" totale Mondfinsterung fand dieses Jahr am 21.01.2019 statt. Im Gegensatz zu der warmen Partynacht des Juli 2018 war das eine eiskalte Nacht und frühmorgens, wo ich dann einer der wenigen gewesen sein dürfte, die dafür rausgegangen sind: https://de.wikipedia.org/wiki/Mondfinsternis_vom_21._Januar_2019
permissiveactionlink 11.07.2019
2. Ich selbst
finde eine Mondfinsternis nicht mehr so spektakulär. Im letzten Jahr war der nahestehende Mars sogar zunächst weitaus besser zu sehen als der nur schwach kupferrot leuchtende Mond, auch weil letzterer noch recht nahe am Osthorizont stand. Die physikalischen Erklärungen für die Effekte bei einer Mondfinsternis (Mond bewegt sich durch die Ebene der Ekliptik auf der Linie, durch die Sonne und Erde verbunden sind, Refraktion des Lichtes, Rayleigh-Streuung, Umbra und Penumbra) hat man (nach der zwanzigsten Wiederholung sogar ich...) irgendwann geistig assimiliert. Was mich vielleicht noch beeindrucken könnte auf meine alten Tage wäre die Beobachtung der Sonnenkorona über Stunden von der erdzugewandten Seite des Mondes aus, während einer totalen Mondfinsternis natürlich. Als kürzlich Mars und Merkur abends nach Sonnenuntergang knapp über dem Horizont standen, hat das keinen wirklich interessiert. Den Mond sieht man fast immer, Merkur so gut wie nie...
schwerpunkt 15.07.2019
3.
Zitat von permissiveactionlinkfinde eine Mondfinsternis nicht mehr so spektakulär. Im letzten Jahr war der nahestehende Mars sogar zunächst weitaus besser zu sehen als der nur schwach kupferrot leuchtende Mond, auch weil letzterer noch recht nahe am Osthorizont stand. Die physikalischen Erklärungen für die Effekte bei einer Mondfinsternis (Mond bewegt sich durch die Ebene der Ekliptik auf der Linie, durch die Sonne und Erde verbunden sind, Refraktion des Lichtes, Rayleigh-Streuung, Umbra und Penumbra) hat man (nach der zwanzigsten Wiederholung sogar ich...) irgendwann geistig assimiliert. Was mich vielleicht noch beeindrucken könnte auf meine alten Tage wäre die Beobachtung der Sonnenkorona über Stunden von der erdzugewandten Seite des Mondes aus, während einer totalen Mondfinsternis natürlich. Als kürzlich Mars und Merkur abends nach Sonnenuntergang knapp über dem Horizont standen, hat das keinen wirklich interessiert. Den Mond sieht man fast immer, Merkur so gut wie nie...
Richtig. Eine Mondfinsternis vom Mond aus gesehen, dürfte so ziemlich das spektakulärste Himmelsschauspiel sein, welche keine katastrophalen Folgen hat. Toppen kann das womöglich nur eine vergleichsweise nahe Supernova am Nachthimmel (zB Beteigeuze) Aber selbst da muss man schon wissen was da passiert, da ein Großteil des Spektakels dann im Kopf statt findet, wenn da für ein paar Wochen ein gleißend heller Punkt am Himmel auftaucht, der nachts einen Schatten wirft. Bezüglich einer Mondfinsternis vom Mond aus (eigentlich aus der perspektive eine Sonnenfinsternis) beneide ich jeden künftigen Astronauten, der das miterleben darf. Das stellt auch eine wirklich beeindruckende irdische totale Sonnenfinsternis (welche ich in meinem Leben bisher 2mal erleben durfte) buchstäblich in den Schatten.
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