Nach dreijähriger Fahrt Mars-Rover erreicht "Endeavour"-Krater

"Opportunity" ist nicht zu stoppen: Seit 2004 fährt der kleine Rover auf dem Mars herum. Nun hat er sein großes Ziel erreicht: Im "Endeavour"-Krater wartet ungewöhnlich altes Gestein auf den Forschungsroboter.

Am Rand des "Endeavour"-Kraters: Mars-Rover "Opportunity" hat sein Ziel erreicht
REUTERS/NASA/JPL-Caltech/Cornell/ASU

Am Rand des "Endeavour"-Kraters: Mars-Rover "Opportunity" hat sein Ziel erreicht


Washington - Der Mars-Rover "Opportunity" rollt und rollt. Nach fast dreijähriger Reise hat er nun den Krater "Endeavour", seinen jüngsten Einsatzort auf dem Roten Planeten, erreicht. Der Roboter der US-Weltraumbehörde Nasa soll dort Gesteinsproben untersuchen. Forscher erwarten, dass "Opportunity" in dem 22 Kilometer breiten Krater auf weit älteres Gestein trifft als in den vergangenen sieben Einsatzjahren auf dem Planeten.

Die Ergebnisse spielten eine wichtige Rolle, um bemannte Missionen zum Mars und zu anderen Orten im All ermöglichen, sagte Nasa-Chef Charles Bolden.

Zu Ehren seines Zwillingsrovers "Spirit" wurde der Ort, den "Opportunity" nun erreicht hat, "Spirit Point" genannt. Von dem Rover hatten die Nasa-Forscher im Mai Abschied nehmen müssen, nachdem "Spirit" über Monate nicht zu kontaktieren war. Wahrscheinlich hatte der kalte Mars-Winter seine Elektronik zu stark beschädigt, so dass er nicht mehr aus dem Ruhezustand hochfahren konnte.

Als Mars-Rover "Opportunity" und sein Roboterzwilling "Spirit" im Januar 2004 im Abstand von 21 Tagen auf dem Mars landeten, wurde ihnen eine Lebensdauer von nur 90 Tagen gegeben. Insofern war schon der Einsatz von "Spirit" erstaunlich - und "Opportunity" forscht noch immer. Bereits im Juli knackte der Rover die 20-Meilen-Marke: Er hatte mehr als 32 Kilometer auf dem Mars zurückgelegt.

Die Hauptmission der beiden Rover: die Suche nach Beweisen für die frühere Existenz von Wasser, die Voraussetzung für die Entstehung von Leben. Neben aufschlussreichen Beweisen dafür entdeckten sie Quarz im Marsboden, was auf einstige heiße Quellen deuten könnte. Die Rover lieferten überdies zigtausende spektakuläre Bilder.

Vor kurzem berichtete die Nasa, dass die im Mars-Orbit stationierten Sonde "Mars Reconnaissance Orbiter"an Kraterabhängen dunkle Linien entdeckt, die in den warmen Monaten entstehen und in den kälteren wieder verschwinden. Das könnte auf Salzwasser-Rinnsale deuten, die auch heute noch auf dem Mars fleißen.

2012 sollen die Mars-Sonden der Nasa Verstärkung bekommen: Für den August ist die Landung des größeren Mobils "Curiosity" geplant. Im "Gale"-Krater südlich des Äquators soll die Sonde nach Lebensspuren suchen.

wbr/dpa



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