Nach Satellitenabsturz Medwedew feuert hochrangige Raumfahrtmanager

Präsident Medwedew hat die Sündenböcke für die teure Satellitenpanne vor drei Wochen ausgemacht: Zwei hochrangige Raumfahrtmanager müssen ihre Posten räumen. Zudem erhielt der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos eine Rüge.

Anatoli Perminow: Medwedew rügt den Chef der Raumfahrtbehörde Roskosmos
dpa

Anatoli Perminow: Medwedew rügt den Chef der Raumfahrtbehörde Roskosmos


Moskau - Vor gut drei Wochen musste Russland einen heftigen Rückschlag hinnehmen: Nach dem Fehlstart einer Proton-M-Trägerrakete waren millionenteurer Satelliten in den Pazifik gestürzt. Sie sollten das Land in Sachen Navigationssystem weit nach vorne bringen - um vom US-amerikanischen GPS- und dem künftigen Galileo-System unabhängig machen.

Kurz darauf ließ Präsident Dmitri Medwedew verlauten, er werde nach den Schuldigen für die Panne suchen lassen - jetzt hat er sie offenbar ausgemacht: Der Kremlchef hat zwei hochrangige Raumfahrtmanager gefeuert. Sie seien verantwortlich dafür, dass der Treibstoff der Proton-Rakete, die die Satelliten ins All bringen sollte, falsch berechnet worden war. Zudem habe der Chef der Raumfahrtbehörde Roskosmos, Anatoli Perminow, eine Rüge erhalten, teilte der Kreml am Mittwoch mit.

Medwedew verlangte zudem eine straffere Disziplin bei Roskosmos. Entlassen wurden Perminows Stellvertreter Viktor Remischewski sowie der Chefkonstrukteur des Raketenbauers Energija, Wjatscheslaw Filin.

Die Satelliten waren für das russische Navigationssystem Glonass bestimmt. Experten zufolge hatte die Proton-Rakete zu viel Treibstoff an Bord. Ursprünglich war man von einem Programmierfehler ausgegangen, der dazu geführt haben soll, dass die Rakete zu hoch und damit auf die falsche Bahn geschossen habe.

Mit dem ambitionierten Glonass-Projekt für militärische und zivile Zwecke will Russland dem amerikanischen GPS-System Konkurrenz machen. Der Aufbau kommt aber nur schleppend voran.

Die neuen Satelliten mit einer Masse von je 1415 Kilogramm und einer Lebensdauer von sieben Jahren sollten in etwa sechs Wochen in Dienst gestellt werden. Damit hätte Russland über die geplanten 24 aktiven plus zwei Reservesatelliten verfügt.

cib/dpa

insgesamt 2 Beiträge
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lichtschalter 29.12.2010
1. Bahn
Über diese Schritte sollte man bezüglich der Bahn auch nachdenken. Pech blos, dass der Konzern der Demokratie enfleucht ist - sieht man auch an S21.
Der_Alex 03.01.2011
2. ....
Zitat von lichtschalterÜber diese Schritte sollte man bezüglich der Bahn auch nachdenken. Pech blos, dass der Konzern der Demokratie enfleucht ist - sieht man auch an S21.
Bei allem respekt, aber Sie hatten 16 demokratische Jahre etwas gegen S21 zu unternehmen. Und wer in der letzten Minute oder gar verspätet seinen Antrag abgibt, der muss sich nicht wundern, wenn man ihm den Mittelfinger zeigt. Zum Thema: Vielleicht ist die Kündigung ungerecht, da oft die nötigen Mittel nicht bei den Wissenschaftlern ankommen, sondern werden in die neuen Lexus der Manager gesteckt. Was bei der Bahn auch üblich ist.
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