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07. März 2013, 13:51 Uhr

Sonnensturm

Mars-Rover "Curiosity" macht schon wieder Pause

Erst ein Computerfehler, dann die Angst vor einem Sonnensturm - das bisher so erfolgreiche Mars-Auto "Curiosity" scheint derzeit aus dem Takt zu kommen. Die Nasa hofft auf eine schnelle Fortsetzung des Forschungsprogramms.

Berlin - Die Nasa liebt es, Jubelmeldungen über ihr Mars-Auto "Curiosity" zu verkünden. So gab es kürzlich die erste extraterrestrische Bohrung der Menschheitsgeschichte zu feiern. Doch dieser Tage hat die US-Weltraumbehörde weniger gute Nachrichten. Erst musste sie eingestehen, dass "Curiosity" wegen Computerproblemen tagelang auf Sparflamme lief. Und nun ist der Rover wegen eines möglicherweise gefährlichen Sonnensturms wieder in den Sicherheitsmodus versetzt worden, wie die Nasa-Offiziellen über den Twitter-Account des Rovers an die knapp 1,3 Millionen Follower meldete.

Eigentlich hat der Ausbruch auf der Sonne zwar nur eine mittlere Stärke. Auf der Erde dürften nach Ansicht von Experten keine Folgen zu spüren sein. Doch in der "Curiosity"-Mannschaft will man offenbar kein Risiko eingehen, dass erhöhte Strahlungswerte den Computerchips noch weiter zusetzen. Vielleicht erinnert man sich an das Schicksal des Martian Radiation Experiment an Bord der Raumsonde "Mars Odyssey". Das wurde 2003 durch einen Sonnensturm beschädigt.

Dergleichen soll "Curiosity" nicht passieren. Zu wertvoll ist das auf der Erde fast eine Tonne schwere Mars-Mobil für die Nasa, auch weil es nach Ende des Space-Shuttle-Programms öffentlichkeitswirksam zeigt, dass die Behörde noch ganz vorn mitmischt im Weltraumgeschäft. Seit der Landung im August 2012 fahndet "Curiosity" unter anderem nach Spuren von Mikroorganismen auf dem Roten Planeten. Die erneute Zwangspause könnte den wissenschaftlichen Fahrplan der Mission allerdings weiter durcheinander bringen.

Vergangenen Mittwoch hatte "Curiosity" erstmals größere Sorgen bereitet, als das Gerät keine Daten zur Erde senden wollte. Schuld war wohl ein Fehler in einem Flash-Speicher, möglicherweise durch kosmische Strahlung verursacht. Daraufhin wechselten die Nasa-Experten auf den baugleichen Ersatzcomputer, der genau für den Fall einer solchen Störung an Bord ist.

Mehrere Tage folgten, in denen der Betrieb nur sehr eingeschränkt lief. Doch nach dem Ende des Sicherheitsmodus am Samstag macht "Curiosity" nach dem Sonnensturm vom Dienstag nun also noch einmal Pause. Die Nasa hofft darauf, das Wissenschaftsprogramm ab dem Wochenende fortsetzen zu können.

chs

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