Satelliten-Jubiläum Die besten Bilder aus 40 Jahren

Aus dem All sichtbare Landesgrenzen, die Weiten der Antarktis, ein schwindendes Binnenmeer: Seit 1972 beobachten die "Landsat"-Satelliten aus dem Orbit die Erde. Die US-Weltraumbehörde Nasa feiert das Jubiläum mit den schönsten Aufnahmen aus vier Jahrzehnten.

NASA

Mit einem "kleinen Spiegel im Weltraum" wird man doch keine vernünftigen Landkarten erstellen können, unkte ein Mitarbeiter des U.S. Geological Survey (USGS) zum Start des ersten "Landsat"-Satelliten am 23. Juli 1972. Man muss dem Mann, dessen Name die Nasa an dieser Stelle nicht verrät, eines zugutehalten: Er ließ sich eines Besseren belehren, anstatt stur auf seiner Meinung zu beharren. "Das, meine Herren, ist eine Karte!", zitiert die US-Weltraumbehörde seine Reaktion auf die ersten zur Erde gefunkten Daten - offensichtlich war er also angetan.

40 Jahre ist es her, dass die Nasa "Landsat 1" ins All schoss. Drei Jahre lang flog er unter dem Namen "Earth Resources Technology Satellite" im Orbit, bis der etwas griffigere Name "Landsat" offiziell verkündet wurde. Sechs weitere "Landsat"-Satelliten folgten, ein weiterer Start ist für Februar 2013 geplant.

Einige Entdeckungen gehen aufs Konto der "Landsat"-Familie, berichtet die Nasa. Während bestimmte geologische Formationen, die mit Hilfe der Satelliten erspäht wurden, wohl eher Fachkreise begeistern, findet sich im Erfolgs-Portfolio der Späher auch die Entdeckung einer Insel: Landsat Island, ein winziges Fleckchen Land im Atlantik vor der Nordostküste Labradors.

Zum Jubiläum der Satellitenfamilie veröffentlicht die US-Weltraumbehörde zehn Bilder und Geschichten, die deutlich machen, welche Veränderungen auf der Erdoberfläche sich durch eine langjährige, kontinuierliche Beobachtung verfolgen lassen.

So zeigen "Landsat"-Aufnahmen das Wachstum Pekings ebenso wie das Schwinden des Aralsees. Die Feuer im Yellowstone-Nationalpark verfolgten die Späher im Orbit genauso wie die Ölbrände in Kuwait. Und in der Antarktis konnten Forscher dank der Satellitenbilder sogar Pinguine zählen - und deren Zahl nach oben korrigieren.

Die Aufnahmen sind keine einfachen Fotografien. Einige sind in Falschfarben angelegt, weil sie Daten abbilden, die fürs menschliche Auge sonst nicht einfach sichtbar wären - etwa aus dem Infrarotbereich.

Während heute wohl kaum noch jemand an den technischen Möglichkeiten der Satelliten zweifelt, haben die Späher im Orbit ein anderes Problem: Die leeren Staatskassen sorgen für Budgetkürzungen an vielen Orten, so auch bei Satellitenprogrammen. Experten sehen gar den dauerhaften Blick auf die Erde in Gefahr.

wbr



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