Mission "Ladee" Nasa löst technisches Problem bei Mondsonde

Ungewissheit nach dem Start der Mondsonde "Ladee": Das kleine Raumschiff rotierte schneller als vorgesehen, die Stromversorgung schaltete sich ab. Nun berichten Nasa-Forscher, das technische Problem sei behoben.

Raumschiff "Ladee" (Zeichnung): "Das bekommen wir in den Griff"
NASA Ames/ Dana Berry

Raumschiff "Ladee" (Zeichnung): "Das bekommen wir in den Griff"


Cape Canaveral - 30 Tage soll die Reise zum Mond dauern - aber schon kurz nach dem Start am Samstag waren die ersten Sorgenfalten auf den Gesichtern der Nasa-Forscher zu sehen. Nach der Trennung von der Trägerrakete "Minotaur 5" drehte sich die Sonde "Ladee" offenbar schneller als vorgesehen um sich selbst. Wegen zu hohen Stromflusses schaltete sich das Ortungssystem ab.

"Das bekommen wir in den nächsten Tagen in den Griff", versicherte Simon Peter Worden, Leiter des Nasa-Forschungszentrums in Kalifornien - und er sollte recht behalten. Ingenieure haben das technische Problem gelöst, teilte die Nasa mit. Die Robotermission läuft damit wie geplant.

Der "Lunar Atmosphere and Dust Environment Explorer" (Ladee) soll den Mond 100 Tage lang in 20 bis 60 Kilometern Höhe umkreisen. Hauptziel der Mission ist die Erforschung der Mondatmosphäre. Lange glaubte man, dass es sie gar nicht gibt. Doch es gibt Hinweise darauf, dass sich nahe der Mondoberfläche wohl doch Gase sammeln. "Die dünne Atmosphäre des Mondes ist womöglich verbreiteter, als wir bisher glaubten", sagte Nasa-Manager John Grunsfeld.

Der Start der rund 250 Millionen Dollar (etwa 190 Millionen Euro) teuren Mission war von Experten mit Spannung erwartet worden, weil sowohl der Weltraumbahnhof in einer Nasa-Zweigstelle auf Wallops Island, einer Insel vor der Ostküste Virginias, als auch die Trägerrakete vom Typ "Minotaur 5" noch nie zuvor für Weltraummissionen genutzt worden waren. Die Rakete hatte das private Unternehmen Orbital geliefert, das zuletzt für zwei Fehlstarts verantwortlich war.

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Nasa-Sonde "Ladee": Erfolgreicher Start des Mondstaubsaugers
Die Kommunikation der Sonde "Ladee" mit der Erde soll über eine neue, extrem schnelle Laser-Verbindung laufen, die für zukünftige Raummissionen getestet wird. Am Ende des Einsatzes wollen die Nasa-Forscher ihr Fluggerät bei einer Bruchlandung im Namen der Wissenschaft in den Boden des Erdtrabanten rammen.

hda

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Attila2009 10.09.2013
1.
Zitat von sysopNASA Ames/ Dana BerryUngewissheit nach dem Start der Mondsonde "Ladee": Das kleine Raumschiff rotierte schneller als vorgesehen, die Stromversorgung schaltete sich ab. Nun berichten Nasa-Forscher, das technische Problem sei behoben. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/nasa-loest-technisches-problem-bei-mondsonde-ladee-a-921373.html
Wie muss man sich eine "extrem schnelle Laserverbindung" vorstellen ? Gibt es doch etwas was schneller als Licht ist ? Oder bezieht sich das auf die Datenrate ?
frutsch 10.09.2013
2.
Zitat von Attila2009Wie muss man sich eine "extrem schnelle Laserverbindung" vorstellen ? Gibt es doch etwas was schneller als Licht ist ? Oder bezieht sich das auf die Datenrate ?
Das habe ich mich auch gefragt. Vermutlich bezieht sich das "schnell" auf die Datenrate, denn beim klassischen Funkbetrieb ist die Bandbreite doch arg beschränkt. Natürlich ginge es auch schneller als das Licht, und zwar mit einem Faktor von mindestens 10000. Dazu braucht man verschränkte Teilchen, von denen jeweils ein Partner auf der Erde zurückbleibt. Der Einsatz als Kommunikationssystem für beliebige Daten und Datenmengen wurde allerdings noch nicht erfunden, also vielleicht gerade eben, aber auf jeden Fall noch nicht realisiert. Einstein bezeichnete das als "spukhafte Fernwirkung".
narm 10.09.2013
3.
ich würde vermuten dass es darum geht eine solche Verbindung zu testen. Eine Laserverbindung würde zwar eine direkte Sichtlinie benötigen hätte aber vermutlich auch den Vorteil dass sie wenig Störungen hätte. Funkverbindungen scheinen sich auch nicht wirklich mit Lichtgeschwindigkeit auszubreiten sondern knapp drunter http://link.springer.com/article/10.1007/BF02247528
kalaniu 10.09.2013
4. Datenrate nicht schneller als Licht
1. Gemeint ist eine hohe Datenrate, ich habe den Test der Satellietenkommunikation mit Licht vor Jahren schon bei der DLR gesehen. 2. Bis jetzt gibt es keine begründeten Aussagen, dass es möglich ist mittels quantenmechanisch verschränkter Teilchen Daten schneller als mit Licht zu übertragen. 3. Der grösste Anteil einer Lichtwelle bewegt sich in einem Medium langsamer als die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum. Nur ein sehr kleiner Anteil bewegt sich trotzdem mit Lichtgeschwindigkeit (Siehe das Lehrbuch über Elektrodynamik von Feynman)
dmdhl 10.09.2013
5. Extrem schnelle Laserverbindung
Eine extrem schnelle Laserverbindung bezeichnet hier die Verbindung Erde - Ladee über eine Warp-Verbindung. Dabei wird das Laserlicht über einen Warp-Tunnel gequantelt. Heraus kommt eine quasi 3-4fache Lichtgeschwindigkeit. Die extreme Energie, die dafür benötigt wird, das Weltall zu denen, bezieht man aus den interstellaren Sonnenwind, der von dem Satelit in einem Fluxkompensator bereit gestellt wird.
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