Nasa-Mission zum Mond Nokia soll Mobilfunknetz auf dem Mond einrichten

Für eine neue Mond-Kolonie beauftragt die Nasa den Technologiekonzern Nokia mit dem Aufbau des ersten 4G-Netzes im Weltall. Es ist die Vorbereitung auf eine dauerhafte Präsenz von Menschen auf dem Erdtrabanten.
Nach Hause telefonieren auf dem Mond: Das könnte bald funktionieren.

Nach Hause telefonieren auf dem Mond: Das könnte bald funktionieren.

Foto: OSWALDO RIVAS/ REUTERS

"Ich kann ein Gefühl der Einsamkeit nicht leugnen", erzählt Michael Collins,  ehemaliger Nasa-Astronaut der Mondmission Apollo 11 rückblickend: "Es ist dann besonders deutlich, wenn der Funkkontakt mit der Erde in dem Moment abbricht, wenn man sich auf der Rückseite des Mondes befindet. Jetzt bin ich wirklich allein, isoliert von jedem lebendigen Wesen."

Kein Kontakt zur Erde, Einsamkeit im All: Wenn es nach der US-Raumfahrtbehörde Nasa geht, soll dies für den Mond nicht mehr lange gelten. Der Technologiekonzern Nokia hat von der Nasa den Zuschlag zum Aufbau eines Mobilfunknetzes auf dem Erdtrabanten bekommen, teilte das finnische Unternehmen am Montag mit.

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Damit soll zum ersten Mal überhaupt ein LTE/4G-Kommunikationssystem im Weltall eingerichtet werden. Es ist die Vorbereitung auf eine dauerhafte Präsenz von Menschen auf der Mondoberfläche. Für den Transport der Netzwerkstation arbeiten die Skandinavier mit dem texanischen Spezialisten Intuitive Machines zusammen, der mit seinem Lunar Lander bereits Erfahrungen gemacht hat. Das Netz soll später zur moderneren 5G-Technologie aufgerüstet werden.

Die Astronauten sollen damit nicht nur telefonieren können, sondern auch Videoaufnahmen und größere Datenmengen austauschen. Nokia hat versprochen, dass bis Ende 2022 die Verbindung auf dem Mond aufgebaut wird. Ein Mobilfunknetz sei entscheidend, damit Menschen langfristig auf dem Mond präsent sein könnten, hieß es von Nokia.

Ab 2024: Mann und Frau im Mond

Die USA wollen im Jahr 2024 wieder mit Astronauten auf den Mond zurückkehren. Im Rahmen des "Artemis"-Programms will die Nasa bis 2024 wieder Astronauten auf den Mond schicken, darunter auch die erste Frau. Dort soll bis Ende des Jahrzehnts eine dauerhafte Siedlung aufgebaut werden, um den Erdtrabanten noch stärker zu erforschen als zuvor. Die Mission soll Erkenntnisse liefern für den nächsten großen Schritt: die Entsendung von Astronauten auf den Mars.

Vor zwei Wochen kündigte die Europäische Raumfahrtorganisation an, sich offiziell am US-amerikanischen Programm "Artemis" zu beteiligen. Ein erster Schritt dafür ist die Einrichtung der "Lunar Orbital Platform-Gateway". Diese modulare Raumstation soll in der Umlaufbahn des Mondes kreisen und Mondlandungen ermöglichen. Von der "Gateway"-Plattform sollen zudem Roboter gesteuert werden, die Daten über die Mondoberfläche sammeln. Später soll sie auch als Ausgangspunkt für Flüge zum Mars dienen.

sug/dpa-AFX/reuters
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