Nasa-Mondmission »Artemis 1« 432.194 Kilometer von der Erde entfernt

So tief ist noch kein Raumschiff ins All vorgedrungen: Die Kapsel der Nasa-Mission »Artemis 1« hat in der Umlaufbahn um den Mond den am weitesten von der Erde entfernt gelegenen Punkt erreicht.
Der blaue Punkt unter dem Sonnensegel: die Erde. Aufgenommen am 9. Flugtag der »Artemis 1«

Der blaue Punkt unter dem Sonnensegel: die Erde. Aufgenommen am 9. Flugtag der »Artemis 1«

Foto:

NASA / AP / dpa

Rund zwei Wochen nach dem Start der Mondmission »Artemis 1« hat die unbemannte »Orion«-Kapsel ihre weiteste Entfernung von der Erde erreicht. Die Kapsel sei in ihrer Umlaufbahn um den Mond am Montag zu einem Zeitpunkt rund 432.194 Kilometer von der Erde entfernt gewesen, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa bei einer Pressekonferenz mit. Eine weitere Entfernung von der Erde habe es in den bisherigen rund zwei Wochen der Testmission noch nicht gegeben – und das sei auch in den verbleibenden rund zwei Wochen nicht geplant.

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Nasa-Chef Bill Nelson sprach von einem bislang »außergewöhnlichen Erfolg« der Mission. »Es ist unglaublich, wie glatt die Mission bislang gelaufen ist.« Bereits am Samstag hatte die »Orion«-Kapsel einen Entfernungsrekord aufgestellt, als sie die Marke von 249.000 Meilen (rund 400.000 Kilometer) Entfernung von der Erde überschritt. Das war nach Angaben der Nasa die bisher weiteste Distanz für ein für Menschen gemachtes Raumschiff. Den bisherigen Rekord hatte vor mehr als 50 Jahren die Mission »Apollo 13« mit 248.655 Meilen aufgestellt.

»Artemis 1« macht auf der Rückseite des Monds ein Selfie

»Artemis 1« macht auf der Rückseite des Monds ein Selfie

Foto: IMAGO/NASA / IMAGO/UPI Photo

Die Mission »Artemis 1« war nach monatelangen Verschiebungen am 16. November (Ortszeit) zu einem ersten Teststart aufgebrochen . Mit der Rakete »Space Launch System« startete die »Orion«-Kapsel vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida. Am Montag war Halbzeit der Mission, am Donnerstag soll die Kapsel die Umlaufbahn um den Mond verlassen und am 11. Dezember nach rund zwei Millionen Flugkilometern im Pazifik landen.

Noch waren keine Astronauten an Bord, sondern lediglich Strahlenmesspuppen und ein Dummy. Doch schon 2024 soll eine Umrundung des Monds mit menschlicher Besatzung in einer »Orion«-Kapsel stattfinden. Auf dem Mond zu landen ist erst für 2025 geplant, mit dem SpaceX-Raumschiff und Astronauten an Bord, darunter erstmals eine Frau und eine nicht weiße Person.

Schon in diesem Jahrzehnt könnten Menschen auf dem Mond leben und arbeiten. Das hat Howard Hu, Leiter des »Orion«-Programms der Nasa, in einer BBC-Sendung in Aussicht gestellt . Noch vor 2030, so Hu, würden mit Sicherheit Menschen für »längere Zeit« auf dem Mond arbeiten, in Habitaten leben und Rover zur Fortbewegung zur Verfügung haben – wobei offenblieb, welchen Zeitraum Hu dabei konkret meinte.

oka/dpa
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