Verschobene Mondmission »Artemis« könnte im November starten

Nach einer sturmbedingten Absage verkündet die Nasa ein Startfenster für die Mondmission. Der Flug einer Crew zur ISS könnte derweil schon kurz nach Hurrikan »Ian« stattfinden.
Die Rakete der Artemis-Mission wird zum Schutz zurück in das Vehicle Assembly Building des Kennedy Space Center gerollt

Die Rakete der Artemis-Mission wird zum Schutz zurück in das Vehicle Assembly Building des Kennedy Space Center gerollt

Foto: Joe Burbank / dpa

Der Hurrikan »Ian« durchkreuzt die Pläne der US-Raumfahrtbehörde Nasa: Der Teststart der »Artemis«-Mondmission verschiebt sich weiter. Wegen des herannahenden Sturms rollte die Nasa das Raketensystem am Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida zurück in den Hangar und sagte den eigentlich für Dienstag anvisierten Start ab.

Im Hangar sollten nun zunächst noch einige Wartungsarbeiten durchgeführt werden, teilte die Nasa bei einer Pressekonferenz mit. Deswegen sei es wahrscheinlich, dass es erst im November zu dem Teststart kommen könne, möglicherweise aber auch schon Ende Oktober.

Vor rund einem Monat waren bereits zwei Startversuche fehlgeschlagen – unter anderem wegen eines Lecks in der Betankungsanlage. Auch bei früheren »Artemis«-Tests waren schon Probleme aufgetreten, die schließlich eine erste wesentliche Verzögerung des Projekts zur Folge hatten.

Start zur ISS verschoben

Auch der Startplan der nächsten Crew für die Internationale Raumstation ISS wird durch den Hurrikan durcheinandergewirbelt: Der eigentlich für den 3. Oktober geplante Start könne nun frühestens am 4. Oktober stattfinden, teilte die Nasa am Dienstag mit. Möglich sei als weiterer Ausweichtermin auch noch der 5. Oktober, das Wetter werde weiter genauestens beobachtet. »Die Sicherheit der Besatzung, der Bodenteams und der Hardware hat für die Nasa und SpaceX oberste Priorität«, heißt es in einer Mitteilung .

Das Kennedy Space Center treffe außerdem Vorbereitungen auf dem gesamten Gelände des Weltraumbahnhofs, um andere Objekte und Infrastrukturen zu sichern, heißt es weiter. Nach dem Sturm werden den Angaben zufolge Teams der Nasa und von SpaceX die möglichen Auswirkungen auf das Zentrum bewerten und entscheiden, ob der Zeitplan für die Mission weiter angepasst werden muss. »Das Abdocken der Crew-4-Mission der Nasa von der Raumstation wird Tag für Tag mit dem Starttermin von Crew-5 verschoben, um einen geplanten fünftägigen direkten Übergang zwischen den Besatzungen zu ermöglichen.«

Die »Crew-5« besteht aus der Nasa-Astronautin Nicole Aunapu Mann und ihrem Nasa-Kollegen Josh Cassada sowie dem japanischen Astronauten Koichi Wakata und der russischen Kosmonautin Anna Kikina. Sie sollen rund fünf Monate an Bord der ISS verbringen.

ani/dpa
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