Nasa Neues Raumschiff könnte schon 2014 fliegen

Die US-Weltraumbehörde Nasa will sich beeilen: Womöglich schon 2014 und damit ein Jahr früher als geplant könnte die neue "Ares"-Rakete abheben. Damit würde sich der Zeitraum verkürzen, in dem die USA über kein Raumschiff verfügen, das Menschen ins All bringen kann.


Die Lücke von 2010 bis 2015 macht nicht nur Nasa-Experten Sorgen. Auch US-Politiker wurmt, dass die große Raumfahrtnation wahrscheinlich fünf Jahre lang ohne eigenes bemanntes Raumschiff auskommen muss. Die Space Shuttle sollen 2010 eingemottet werden, der Nachfolger, das Raumschiff "Orion" und die Rakete "Ares" heben nach bisheriger Planung erst 2015 ab. Erste Flüge zum Mond sollen fünf Jahre später folgen.

Doch womöglich lässt sich das sogenannte Constellation Program noch beschleunigen, teilte jetzt die Nasa mit. Ein Start vor 2015 sei durchaus denkbar. Derzeit untersucht die Weltraumbehörde in einer Studie, welche Optionen bestehen, um die fünfjährige Lücke zu verkürzen. Es könne schwer werden, den Start um mehr als ein Jahr vorzuziehen, sagte Jeff Hanley, Manager beim Constellation Program. "Wir peilen das ambitionierte Ziel September 2014 an", sagte er, womöglich könne man sogar noch früher starten. 18 Monate Vorverlegung seien das maximal Mögliche, "das wird besonders schwer".

Erst vor wenigen Wochen hatten Nasa-Techniker das Problem starker Schwingungen in den Griff bekommen, die bei der Rakete "Ares I" in Simulationen ausgetreten waren. Bislang existieren die meisten Teile nur als Entwürfe im Computer. Der nächste große Test der Rakete ist im März 2011 geplant. Dann sollen die Teile zusammengebaut werden. "Ares I" ist Teil des neuen Mondprogramms der Nasa. Sie soll Astronauten ins All befördern. Für die schwere Mondfähre wird eine neue leistungsstarke Rakete entwickelt: "Ares V".

Wenn die Space Shuttles 2010 endgültig eingemottet werden sollen, müsste die Nasa die Russen um Mitflüge bitten. Intern lässt die Nasa deshalb untersuchen, ob Shuttle-Flüge auch über 2010 hinaus möglich sind. Auch die beiden Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain erwägen zumindest einen zusätzlichen Shuttle-Flug.

hda/AP/Reuters



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